Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Nr. 186: Dr Schorsch vrzählt vom 8. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Koi Freud‘ am Adventskranz meh‘? Ach wia schee isch eigentlich die Adventszeit, wenn mr am Sonntich jetzt des zwoite Kerzle anzünda kâ. Doch mr stâht plötzlich mit oim Fuaß scho em offena Grab. Worom? Jeden Tag vrfolgt ons die ohsäglich Feinstaub-Diskussio ond vor ällem dia, wia mr hört, fascht scho willkürlich festglegte Feinstaub- Grenzwert‘ von 40 Mikrogramm uff viel befahrene Strâßa. Ond jetzt kommt onser Adventskranz au no dâher, weil dr Professor Dr. Dieter Köhler, oinr von de führende Lungenfachärzt‘ en Deutschland, so nebaher bemerkt hât, vrdampft so a vierkerzigr Kranz an geschätzta Stickstoffdioxid-Ausstoß von 100 bis 200 Mikrogramm. Hüstel.

Also so sei dr Feinstaub-Grenzwert an Krampf, sagt dr Professor. Besinnlich-gmütliche Adventszeit ade. Beim Weihnachtsliedrsenga hât jetzt plötzlich dr Tod vor Auga – wenn mr den Feinstaubgrenzwert von 40 Mirkogramm no ernst nemma will. Wenn mr dia Gmütlichkeit en dr Wohnstub‘ dann no vom lodernda Feuer em offena Kamin steigra will, nâ isch des End net weit. Schließlich haut so a Holzofen rond 25 Mâl so viel Feinstaub naus, wia a zehn Jâhr altr Laschtwaga ohne Partikelfiltr.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 185: Dr Schorsch vrzählt vom 1. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Adventszeit! Di Zeit dr fromme Wünsch’. Dr Schorsch hât eigentlich bloss oin Wunsch, dass sei Familie gsond bleibt, ond net ens Bietigheimer Krankenhaus muss. Weil des kâ’r sich oifach nemme leista. Worom?

Saget mr mâl so, dia Stadtvrwaltung macht sich’s leicht ond hât dia „Parkraumbewirtschaftung“, wia’ es amtsdeutsch hoißt, an a Firma aus Nürtinga, di dia Bezeichnung em Nâme hât, vrgeba. Des isch gschickt gwä, weil nâ isch di Stadt fei raus, wenn sich d’Leut’ übr dia modern Wegelagerei uffreget. Ond dr Schorsch regt sich granatamäßig uff. Vor a paar Woche hât’r nämlich jemand en d’Notuffnâhm begleita müssa, ond selbstvrständlich hât dr Schorsch gwissahaft an dene Automätla am Krankenhaus a Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle zoga. Blöd bloss, dass dia Warterei en dr Notuffnâhm’ sich zoga ond zoga ond zoga hât. Fenf Stond hât die Warterei dauert, ond wegrenna hât mr en dera Zeit au net könna. Am nächste Tag isch nâ a Krankabsuch âgstanda, ond wieder a Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle zoga, saubr platziert uff em Amaturabrett em Auto. Blöd bloss, dass dia geschulte Kontrolleur, dia für dia notwendig Ordnung uff de Parkplätz am Krankenhaus sorga sollet, net ihrn beschta Tag ghet henn. Mit dem Ergebnis irgendwia henn se scheints des Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle em Auto net gseah.

Jetzt send zwoi Briefla vom Parkraumbewirtschafts-Ondernehma rechtzeitig vor dr Adventszeit eintroffa. Zwoi Mâl 35 Euro muss dr Schorsch blecha. Dr Schorsch nemmt’s aus em Etat für dr Weihnachtsbrâte, und begleicht sei kriminelles, vrwerfliches ond dâmit kostspieliges Parkraumbewirtschaftongs-Vrgehe.

Statt ra knuspriga Weihnachtsgâs gibt’s nâ halt an Griaßbrei am Fest der Liebe, ond nur dia allrbeschte (Segens)-Wünsch wird dr Schorsch dann nach Nürtingen schicka.

Trotzdem a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 184: Dr Schorsch vrzählt vom 24. November

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mit Muckafug isch dr Schorsch en frühestr Jugend sozusaga sozialisiert worde. Eigentlich isch des donkle Gebräu aus Zichorie gschmacklich net grad a Offenbarong, abr als Kend war’s oifach klasse, wenn mr, wia dia Große, eba au an „Kaffee“ kriagt hât. Irgendwia isch des sicherlich dr Grond gwä, dass em Schorsch sei Lieblingsgesöff au heut’ no Kaffee isch, odr wia mr frühr politisch völlig ohkorrekt gsagt hât – dr Mohrentrank. So a Tagesration von schätzungsweis’ knapp zwoi Litr schlürft’r so genüsslich en sich nei, en ondrschiedliche Variante. Au gern amol an Espresso. Deshalb isch dr geschtrig Freitag au a bsonder’r Feschtag für dr Schorsch gwä. Weltweit hât mr nämlich dr „Tag des Espressos“ gefeiert. Schee, wenn mr koine andere Sorga hât.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 183: Dr Schorsch vrzählt vom 17. November

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Bald gâht’s wiedr uffwärts. Obwohl ons s’Wettr grad ebbes anders vorgaukelt, müsset mir jetzt no dr Volkstrauertag ond dr Totasonntich übrstanda, na dürfet mir ons wiedr freua ond en dr Adventszeit fröhlich sei. Naja, a bissle innehalte hât no koim gschadet, abr weil mir Schwâba ja grondsätzlich eher zur Schwermütigkeit neiget, send mir au grad jetzt en dera Jâhreszeit für dr neudeutsche „November-Blues“ bsonders empfenglich. Vielleicht sottet mir ons mit ma vorzogana Gläsle Glühwei, mit ma süßa Ofaschlupfer odr Pfitzuff jetzt ebes guat’s do.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Nr. 182: Dr Schorsch vrzählt vom 10. November

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

S’isch grad echt zom vrzweifla. Des kalte Graußa packt oin, wenn urplötzlich ond völlig oerwarted die saublöd gelb’ Warnleucht’ em Auto-Amaturabrett blinkt: Dr Bezintank isch fascht leer! Die Ölscheich, Ölmultis ond onser Staat hend ons mâl wiedr so richtig am Wickel. 1,54 Euro zocket’se ons pro Liter ab. Mr möcht nâch Österreich auswandra, weil dort koscht dr Sprit rond 20 Cent wenigr wia bei ons. S’hoißt jâ, dr hohe Preis dät am weniga Rega liega, weil die Tankschiffla uff em Rhein bloss zur Hälfte belade werda könnet, weil’s dort eba Niedrigwassr gibt. Ja Herrschaftszeita, für wia bleed haltet dia ons denn? Hat der Schorsch ebbes vrsäumt, ond Österreich hât jetzt a Hafa direkt am Meer? Mr sott mâl wiedr übr an Holzvergasr nâchdenke. Weil nâch dem trockena Sommr henn einiga Bäum uff dr Stroiobschtwiese etliche dicke Äscht abworfa, dia mehr guat zum Autofahra braucha könnt.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 181: Dr Schorsch vrzählt vom 3. November

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Obwohl, Gott sei Dank, dr ohsägliche Halloween-Âbend rom isch, standet übrall dia Kürbis-Goischtr rom. Ond des isch eigentlich völlig ohschwäbisch, weil mir hend en onser’r Kendheit natürlich Rüba-Goischtr gemacht, was viel schwer’r ond au extrem gfährlich gwä isch. So an Goischtr aus mr Kürbis isch eba koi richtige Herausfordrong, weil dia gelbe Frücht’ send jâ von Haus aus enna scho fascht hohl. A Angerscha odr a Zuckrüb’, dia send massiv ond dia muas mr mühsam mit ma scharfa Tascha- odr Küchamessr aushöhla. Des hât scho für ohzählige blutige Fengr gsorgt. Hât mr dia Angerscha na endlich enne hohl ghet, nâ isch’s fascht scho a filligran’s Gschäft gwä, en die kloi Rüb’ au no a lachends Gsicht, idealrweis’ mit scheene Zäh’, neizomschnitza. Ond lang ghoba henn dia Rüba-Goischtr au net lang, weil es halt schnell ganz ronzlig worde send.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 180: Dr Schorsch vrzählt vom 27. Oktober

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Oje, dia Augareng werdet donklr. Dr Schorsch isch jetzt doch recht froh, weil seit geschtern Âbend isch dia groß Hitparad‘ em öffentlich-rechtlicha Rondfonk vorbei, weil en de letzschte Nächt‘ isch sei Leba doch a bissle aus de Fuga ghopft. Seit dr erschte Ausgabe „TOP 1000X“ im Jâhr 1989 horcht dr Schorsch tag- ond nächtelang dia ohsennig ondrschiedliche musikalische Reissr. Em Lauf dr Jâhr isch natürlich die Begeischterung amâl wenigr ond nâ wiedr exzessivr gwäh. S’exzessivschte isch gwäh, wia dr no recht jugendliche Schorsch die Hitparad‘ zamme mit zwoi Freind komplett fenf Tag lang rond om Uhr ghorcht hât. Jetzt em aluminium-blonda Alter isch des abr zunehmend schwerer gfalla. En dem Jâhr hât’s em Schorsch spätestens morgens om drei Augadeckl zudruckt, ond Ohrlappa hend au recht weh doa won denne Ohrstöppsl. Schee isch’s trotzdem gwä, ond manchmâl au zehmlich erinnerongsschwangr. Ond was dr Schorsch bsonders freit, sei früher’r Spezl Wolle Kriwanek henn d’leut nett vrgessa: „ Stroßaboa“ (Platz 104; 7 Plätz‘ besser wia 2017), „Reggae i di uff“ (235; 2017: 316), „UFO“ (219; 2017: 341) und „I fahr Daimler“ (480; 2017: 378). Dâ kâ mr jâ dann au leicht ertraga, wenn dr Gotthilf Fischer mit seine Chör’ mit dem „Württembergr Lied“ (Der reichste Fürst) uff Platz 52 glandet isch. Es duat nâ richtig guat, dass „Da ben i dahoim“ von Wendrsonn (38) ond vor ällem „Oiner isch emmr dr Arsch“ von Schwoißfuaß (36) drvor liegat.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

No. 179: Dr Schorsch vrzählt vom 20. Oktober

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mr kommt ja gar nemme mit. Jetzt hât mr grad so recht ond schlecht dia sommerlich‘ Grillerei hender sich brâcht, ond au dia ohseelig‘ Kürbissuppa-Zeit hât mr übrlebt. Ond jetzt? Jetzt muas mr sich schon wiedr mit Schpekulatius, Dominoschtoi ond Lebkuacha ausanandrsetza. Mr hât des Gfühl, s‘wird emmr früher. Ond des grad en dene Wocha, wo mr sich – Dank vom ma richtiga „Goldena Oktober“ – no em T-Shörtle ond ohne Kittele naus traua kâ. Wenn dr Schorsch em Oktobr uff Schpekulatius, Dominoschtoi ond Lebkuacha guckt, na friert‘s ehn. Mr därf also gspannt sei, ob‘s ab em 2. Januar nâ bereits Schoklad-Oschteroir ond -Oschtrhasa gibt. Jâ koi Zeit vrliera, kennt mr moine. Dr Schorsch wird sich uff jeden Fall bis end Adventszeit Schpekulatius, Dominoschtoi ond Lebkuacha vrweigra.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 178: Dr Schorsch vrzählt vom 13. Oktober

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es isch a richtig‘s Elend. Ständig wird ons Schwâbe vorgworfa, mir wäret knickig. Natürlich stemmt des net. So gebat mir doch ohheimlich gern, wenn mr au net gfrâgt send, dia allerbeste Râtschläg. Völlig koschtalos. Doch des isch jâ no lang net älles. Mr glaubt‘s kaum, mir send so spendabel beim Länderfinanzausgleich, wenn auch net ganz freiwillig: Rond 2,78 Milliarde Euro hend mir letzschtes Jâhr an die andre Ländr zählt. Ond en dr Fußballbundesliga, jâ da gebet mir gern die Punkt de andere Mannschafta. Mit dem Geiz von de Schwâbe isch‘s also net weit her. Abr vielleicht liegt‘s ja in der Antwort von dem Schwâb, dem mr a Spendados‘ vor Nâs ghalta hat: „Wenn mr gebat, nâ gebat mir gern. Abr mir gebat nix.“

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 177: Dr Schorsch vrzählt vom 6. Oktober

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Gott sei Dank, s’isch wiedr a bissle wärmer worda. Des war jâ in de letzschte Tag a krasse Gschicht’, quasi von de kurze Hosa ond em leichta T-Shirtle direkt en dicke Wollsocka, Strickjack’ ond en dr warme Teppich eigwickelt. Mr hât ja schier gar Angst ghet, mr kennt Âfang Oktobr en de Wengert Eiswei lese. Guate zwoi Tag hât mr’s en dr Wohnstub’ ohne Heizong ausghalte, nâ abr isch rom gwä mit dr Heizölsparerei. S’isch scho arg nötig worda, dass mr statt „sibirische“ 11 Grad wohlige 23 Grad en dr Stub’ hât. Was des abr wiedr koscht. Mr möcht dia Ölscheich uff dr Mond nuff schiaßa, henn doch dia Schlawiner so glamm heimlich den Ölpreis nufftriaba. Am 28. September henn’ses doch tatsächlich gschafft, der Höchstand von vor vier Jahr von 79,40 Euro pro Litr zom übrtreffa. Em letzschta Jâhr war s’Öl ganze 20 Cent billigr.

Dia Wettrfrösch, dia machet bloss wenig Hoffnong. So dät’s durchaus Chanca für an „goldena Oktobr“ geba, en dr zwoite ond dritta Woch’ gäb’s nomâl übrdurchschnittliche Temperatura, gleichzeitig wär abr en dr vierta Oktobrwoch’s durchaus dr erschte Schnee em Südosta möglich. Ond außerdem sott mehr am End’ vom Oktobr scho Wenterreifa uffziaga. Also wird mr wohl d’Heizong âlassa müssa, ond dia Ölscheich noch reichr macha. S’isch a rechts Elend.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.