Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Dr Schorsch vrzählt vom 2. Mai 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es war en dera Woch’ so a Sach’ mit de Elfmetr em Fußball. Dia oine kriaget em Pokalhalbfinale an fälliga Hand-Strâfstoß net uffbrommt, dia andere solltet nâch em gleicha Schpiel von ihrm 900-Milliönla-Ausrüschter-Deal a baar Anti-Rutsch-Socka kaufa, ond dia dritte – dr einschtmalige Schwâbastolz en Cannstatt – lasset sich mit ma exschtrem bleeda Elfmeter dia sprichwörtlich’ Butter vom Baurabrot nehma und schaffat’s net, em ennerschwäbischa Duell sich a bissle vom Abgrond weg zu bewega.

Ond was macht jetzt Euer Schorsch? Der gibt en de nächschte Wocha älles, om seine VfB’ler zom understütza. Erscht amol hât’r sich an rot-weißa Schal bsorgt, ond mit dem wird an dem Samstich nâch Gelsakircha gfahra. Mittlanei wird er sich nâ mit seim rota Schäle uff Tribüne zwischa dia Schalke-Fans hocka ond brülla wia a Ochs. Drmit dr Huub merkt, uff jeden Fall oi Schwâb’ stâht hender dem „Schalke-Trainer des Jahrhondert’s“, der jetzt dr VfB vom Niedrgang en dia Zwoit’ Liga retta soll. Hoffentlich muss dr Schorsch net mit ma Riasl-Na-Gehenke am Samstichâbend hoimfahre.

Abr des isch no längscht net älles, was dr Schorsch für seine Wasa-Kicker duat. Am vorletzschta Hoimspiel gega dr HSV schloift’r na no sein entzwische 80-jährige Vatr en d Mercedes-Benz-Arena. Ond dâ werdet dia zwoi nâ au wiedr brülla wia d’Ochse, drmit dia Buba en dr rota Bruschtreng nomâl älles gebet.

Wenn des koi Glück brengt, ja nâ woiß i au net weitr. Weil, au als bekennendr Württembergr, will i koine Schpiel gega Heidenheim, Aalen odr gar Sandhausen âglotza. Ond eigentlich will i au koine Relegationsspiel’ gega dia Boltzr aus dr Fächerstadt onsrer badische Schweschtra ond Brüdr.

I wünsch’ Euch a guate Woche ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 25. April 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Eigentlich müsst’ i jetzt vom Glauba abfalle, weil des, was en d’Redaktio von dr Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung reigflattert isch, des hätt’ mr net für möglich ghalta. Mr erennert sich no gnau an di saublöde Sprüch’ vom dâmâliga Bondestagspräsidenta Thierse übr ons Schwâba ond mr muss emmer wiedr von Schmähonga, Beleidigonga ond Âfeindonga von Landsmädla ond -buba en Berlin höra. Ond was isch jetzt von ra PR-Agentur aus dr Bondeshauptstadt komma? A Pressetexscht en schwäbischr Mund–Art! Ond was soll i drzua sâga? A prima Texschtle, em wonderbara Honoratiora-Schwäbisch. A Beischpiel gefällig? „Wer hätt au denkt, dass aus oiner schwäbischa Komödie an richtiger Haip werra kâ. Über 500 000 Leit hend sich 2012 ,D Kirch bleibt im Dorf’ im Kinno aguckt. Ond wissat ihr au, worom des älles so erfolgreich isch? Ha, weil die Schwoba endlich amol widder genau so schwätza derfa wie ihne s’Maul gwachsa isch, ohne faule Kombromiss’ oder so a saubleede Eideutschung.“ So schreibet dia Hauptkerle aus dr Hauptschtadt. Ab 25. Juni wird also dr zwoite Toil „Täterätää! Die Kirche bleibt im Dorf 2“ von „Fortune Cookie“-Filmproduktion zsamme mit mit ARD Degeto und em SWR ens Kinno brâcht. Jetzt hann i bloß no drei Hoffnunga: Hoffentlich isch der zwoite Kinno-Stroife vom Dialekt ond von dr Handlong so guat, wia dr erschte. Ond hoffentlich isch die Handlong net so bleed, wie bei dr Fernseh-Serie, wo se aus dem erschte Filmle baschtelt henn. Ond vielleicht schnallt’s au irgendwann âmol dr SWR en Schtuagert ond brengt viel meh’ Mund-Art. Weil die Mund-Art-Szene em Ländle isch weit meh’ als bloß dia baar zota-reißende Schenkelbascher-Komiker, wo ständig beim SWR ruff ond nonder gnudelt werdet.

Wia erklärt dr Schorsch ständig ond ohne Onderlaß die Mund-Art? „Mund“ em Lutherdeutsch hoißt em Schwäbischa nex anders wia „Gosch“ ond „Art“ bedeutet em Englischa „Kunst“, also hoißt Mund-Art nex anderes wia „Kunst mit dr Gosch“. Leut’, wo des guat machet, gibt’s bei ons grad gnuag, vielleicht sott mr bloß dia SWR-Kerle mit em Zenka druff nâ drucka. Was i jetzt âmol gmacht han. A bissle ebbes Lerna könntet se au, wenn se geglegentlich beim Bayrischa Fernseha neiglotza dätet. Dort werdet nämlich dr Dialekt ond Leut’ bsonders pflegt.

I wünsch’ Euch å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 18. April 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Aus gegebenam (hongriga) Âlass will i mi heut’ mit ra schwäbische Spezialität bschäftiga, di so selbschtverschtändlich onser Leba mitprägt ond di drzua no å prächtigs Beischpiel drfür isch, wia mir Schwâbe scho emmer onsrer Zeit voraus gwä sen. Richtig. Es gâht om dr Leberkäs’ – å wondrbars Produkt von onsere Metzgr. Es gibt wohl kaum ebber, wo dr „LKW mit ABS“ (an Leberkäs-Wecka mit å bissle Senf) bei ons net kennt. Jâ ond was isch so å LKW? Natürlich ois von de erschte – wi dät mr heut’ sage – „Fastfood“ übrhaupt.

Bloß dr Leberkäs’ hât weit meh’ Fasetta, wia a schnell’s, nahrhaft’s ond schmackhaft’s Veschperle aus dr Hand: Frisch backa aus em Ofa isch’r ovrgleichlich, å kalt’s Veschperscheible mit må Gürkle ond må Baurabrot, des gâht emmer, âbrozzelt en dr Pfann’ mit rösche Zwiebla – ond em ideala Fall mit må Kartoffelsalat – , denne Scheibla gschnitta em ma Laugaweckle odr en feine Stroifa gschnitta zom ma Wurschtsalat. I glaub, es gibt kaum ebbes, was mr so onderschiedlich essa kâ, wia an Leberkäs’. Weil’s heut’ kaum no Leberkäs’ mit Leber drenn gibt, sott mr eigentlich Floischkäs’ sage, weil ostrittig Rend- ond Schweinefloisch sowie Speck drenn sen. Abr Leberkäs’ hât sich eba so eibürgert, ond em übriga isch natürlich au koi Käs’ drenna. Dr Nâma kommt âgeblich von dera Kaschtaform, in dera dr Leberkäs’ ausbacka wird, ond möglichrweis’ von dr Konsischtenz, wia beim ma Käs’. Bloß em „Schtugerter Leberkäs“ muss, weil bei ons jâ fascht elles en irgendoinr Vrordnung gregelt werda muss, å Leberâtoil von mendeschtens fenf Prozent drenn sei. Ond om dia Vrwirrong no å bissle größer zom mache, muss em Vettr vom Leberkäs’, dem „Kalbskäs’“, koi Kalbfloisch drenn sei. Der isch nämlich bloß so bloich, weil des Rend- ond Schweinefloisch net pökelt worda sen.

I wünsch’ Euch an gsegneta Honger, å gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 11. April 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Eigentlich müsst i euch heut’ als Schorsch-in schreiba. Worom? Hå, fascht hätt’ mi jetzt au dr Gschender-Wahn (Lutherdeutsch: Gender-Wahnsinn) packt. Au i will ebba guate Nota von meine Leser, weil an dr Wiener Universität kriaget dia Schtudierende – uff koin Fall derf i jetzt Schtudenta schreiba – an Fenfer, wenn se bei ihre Bachelor- ond Maschterarbeita net gschlechtsneutral formuliera dean.

Ond em ma Leitfade mit acht Seita von dr Berliner Universität hoffet se sogar, mr dät die „Qualität und Verständlichkeit durch differenzierte Formulierungen“ vrbessera, ond mr dät abwechlongsreicher schreiba. En dr Universität en Leipzig treibet se des Glomp no uff d’Spitze: Dâ hoißt jetzt die Kerle am Katheder „Frau Professorin“. Dâ kâ mr sich doch bloß no vor Freud’ über den Bleedsenn uff d’Schenkl klopfa.

Ois isch für mi glockaklar. Onsere selbschtbewusste Schwäbinna brauchet so an Krampf net. Ond mir Mundart’ler lasset ons oifach net von dene Gschender-Dogmatikr einzaisla, weil vrnünftig kâ mr mit dene sowieso net schwätze, ond konsequent send se au so net. Weil bei äller „innen“ bleibt dr Idiot bei dene nämlich männlich.

Wia mr hât lesa könne, setzt mr en Schtuegert an symbolischa Kontraponkt: Dort gibt’s gschickte ond kreative Modemacher-innen (!), ond was machet dia? Dia modernisierat onder anderm a weiblich’s Kloidongsstück, was von de Krämermärkt au heutzutag net weg zom denka isch – dia Kittelschürz’. Prima, so ebbes nenn’ i jetzt âmol selbschtbewusst.

Net bloß onsere selbschttbewusste schwäbische Fraua wünsch’ i å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 4. April 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Ond, send eure Oschter-Neschtle scho fertig? Ond vor ällem, send au Karfreitags-Oir drenn? Denne wird nämlich ällerloi nâchgsagt. So henn frühr d’Fraua bloß aus de Karfreitags-Oir an Kucha backe ond am Oster-Sonntich uff dr Tisch gstellt, mit må Hendrgedanke: di Eheweibr henn nämlich drmit eindeutig di Wollluscht von ihre Männr stärke wella. Dia magische Karfreitags-Oir hât mr au an de Buckl vrgrabe, drmit se å Abrutscha von dem Hang vrhendrat, odr mr hat se uff de Äckr vrgrabe, weil mr an reicha Erntesega glaubt hât. Bemâlt ens Oschter-Neschtle send die Oir abr net komma. Dâ hât mr ganz normale Oir gnomma.

 ganz bsonders Oschter-Oi hât jetzt di Daimler-Benz AG oim von seine Âgschtellte en sei Neschtle neiglegt, ond des obwohl ons Schwâbe nâchgsagt wird, mir wäret mit em Geld a bissle päb. Der 30 Jâhr alte Kerle, der kâ eigentlich net bsonders viel, der hât koin Motor erfonda, wo mit Wasser lauft, oder å Brems, wo sich automatisch eischaltet bevor’s irgendwo kracht. Dr Hamilton kâ nämlich bloß bsonders schnell mit em Autole fahre. 14 Mâl isch der di schnellscht Rond’ mit seim Kärrele gefahra, 33 Mâl isch’r ganz vorna beim Schtart gstanda ond 24 Mâl hât’r gwonna. Ond was hât em des eibrâcht? Gschätzt grad åmâl 200 Milliönle Eurola. Da könnt’ mr doch grad heula. Des henn sich wohl au dia Obere von onserm schwäbische Autofabrikle en Stuagert denkt, ond sich gsagt, den Kerle müsset mr doch donderschlächtig onderschtütza. So om dia 37 Milliönle Eurole hen se dem Prachtkerle jetzt âbota – em Jâhr, net für’s Leba. Des Buale aus England duat abr no a bissle nâchdenke, ob’r des ânehma soll. Dâ wird mr doch ganz narret, bsonders wenn’r übrlegt, was Krankaschweschtra, Altepflegr odr Erziehrenna vrdienat.

Trotzdem å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 28. März 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es isch net oifach, au für an hardgsottena Schwâb’, sich uff ebbes so Exischtenziel’s zom konzentrira wie onsere Maultascha, nâch dem grauavolla Ereignis vom Mittwoch. Abr wenn net kurz vor dr Karwoch’, wenn sonsch sott mr sich mit dera oglaublicha schwäbischa Kompositio’ beschäftiga. Ettliche Mytha werdet von dr Entstehong von de Maultasche vrzählt, drondr au, es häbet irgendwelche Mönch’, onser Schpezialität erfonda. I halt’s jetzt âmol mit em Helmut Binder, å Schwâb’, wia er selbst übr sich sagt, von dr Herkonft her ond aus Passio’. Der Kerle hât å klois, fei’s schwäbischs Wörtrbuch rausbrâcht (em Theiss-Verlag) ond dâ dren schreibt’r, di Maultasch’ sei å typisch schwäbische, abr vor ällem å weibliche Idee. Frühr hend nämlich Männr net kocht, ond deshalb muss di Übrlegong, an ausgewellta Nudltoig oifach omzomschlaga, drmit mr Tascha kriegt, wo mr mit ällerlei feine Sacha fülla kâ, von de Fraua komma sei. Ond eigentlich müsset dia au no evangelisch gwea sei, weil dr Karfreidich isch bei de Proteschtanta å extrem wichtigr Feierdich, ond weil mr dia Maultascha scho an Tag vorher hât mache könna, hât mr des Beta am Karfreidich net mit Kocha onderbrecha müssa. Ond jetzt wird’s oagnehm für mi als Schwâb, weil jetzt muss i an Preus’ loba. Ohne dr Friedrich dr Große dät’s die Grombiera bei ons wohl au net geba. Weil di Leut’ so arg Hongr ghet hen, hât der em 18. Jâhrhondert vrfügt, es muss übrall wo’s gâht, Kartoffla in seim Ländle âbaut werda. Bestemmt hen se nâ au bei ons gemerkt, Grombiera machet schnell satt – ond sie gebat an prima Salat. Also freuat mir ons uff dr Karfreidich mit Maultasche ond Kartoffelsalat.

I wünsch’ Euch å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 21. März 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dia Sonnafentschernis war dâ bei ons doch recht lommelig. Erschtens, war des bissle Vrdonkelong für oin wo emmer morgens so gegen sechse uffstâht, nex bsonders gwea, zwoitens isch onser Stromnetz net zammabroche und drittens han i gar koi „SoFi-Brill’“ ghet. Übrhaupt send dia letzschte Tag für ons Schwâbe recht okommod: Dâ henn doch tatsächlich a baar ogschickte Kerle – wia mr en onserer Zeitong hat lesa kenna – jetzt gmoint, mr sott den Merkspruch „Kenner trinken Württemberger“ abschaffe, ond des ohne Not. Was glaubet den dia Allmachtsdackl eigentlich? Moinet di em Ernscht, es isch modern, wenn mr jetzt mit „Wein Heimat Württemberg“ für onsern Trollengr, Lembergr oder Riesleng bei de Weitrenker außerhalb von onserm Ländle werbe dät? I glaub’ des net, ond mr wird mit so ma saublöda Spruch net oi Fläschle Wei meh’ vrkaufa. Also mir machet’s so, wi i scho en dr letzschta Woch’ Euch gsagt han, mir trenket onsern Trollengr weitr selbr. Doch des isch net älles, was ons en dene Wocha s’Wasser en d’Auga treibt. I sag’ bloß Bondesliga. Seit fascht 50 Jâhr han i quasi dr rote Bruschtreng en d’Haut neitätowiert, abr des, was mr jetzt verleba muss, des gâht uff koi Kuhhaut. Viele Trottel hen in de vrgangene Jâhr zviel Bleedsenn beim frühera Schwâbestolz mache dürfa. Jetzt hen mr an Haufa Legionär’, Kerle, wo vrmutlich mit Kegelkugla trainierat, ond andre, wo bereits beim nâfahre ens Stadio scho zwoimâl vor lautr Angscht d’Onderhosa hen wechsla müssa. Des Schlemmschte abr isch, entzwischa isch mr’s grad egal, ob dr VfB heut’ drhoim amol å Tor gega Frankfurt schiaßt.

I wünsch’ Euch trotzdem å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 14. März 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Letztendlich scherat mir ons an feuchta Dreck drom, was andere übr des saget, was mir gerne essat ond drenkat. Sonscht dät’s bei ons, bloß als kloi’s Beischpiel, koi Moschtprob’ gäba, wia bald en Besigheim wiedr oine vrâstaltet wird. Mir send also entzwischa so selbschtbewusst, å Gsöff, des mr früher mit Wasser verdenna müssa hât, damit’s oim net Magawänd durchbrennt hât, ganz fei auszombaua ond draus a Vrkoschtung zom macha. Ähnlich isch des mit onserm Trollinger. Dia Wengertr ond dia Kellrmoischter hen’s nämlich gschafft, ganz prima Tröpfle aus dene Trauba zom macha.

Jetzt kenntet mir ons jâ ganz gelassa mit mâ Viertle zrücklehne ond saga, mir b’haltet onsern Trollinger, wia seither, ganz für ons alloi, ond irgnorierat dia ohwissende Bruddlr. Abr erschtens send mir Schwâbe, wenn’s om ebbes so wichtig’s gâht wia dr Trollinger, doch å bissle händlsüchtig ond zwoitens hât å englischr Weikenner – isch des net eigtlich å Widrspruch en sich? – beim Neujâhrsempfang vom Landkreis an vatrlandsverräterischa Exilschwâb aus Berlin zitiert. Ond der Kerle isch gar net fürsorglich mit onserem Trollinger umgange, und dâdrübr hen jetzt sogar di schwäbische Weikenner – des isch sicherlich gar koi Widrspruch – aus dr Ganerbastadt bei ihrm letzte Weikolleg gschwätzt. Ond’s Ergebnis? Dr Engländr dät jâ vrstohla bei andre Gelegaheita onsern Trollinger loba, der Kerle in dr schwâbafeindlicha Bondeshauptstadt, der soll doch grad macha was’r will, ond mir trenket onsern Trollinger grad zom Bossa weitr selbr. Abr halt bloß no so lang, wia’s en no gibt. Weil, wia mr lesa könna hât, gibt’s jetzt å paar Ärzt’, Rechtsâwält’ ond Bänker, dia en de Steillage am Neckar Cabernet franc, Syrah, Merlot ond dr spânische Tempranillo pflanzet. Mir Schwâbe lebat en vrrückte Zeita.

I wünsch Euch trotzdem å guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 7. März 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Am Donnerstich war âmol wiedr Vollmond. Ond dem Kerle am Firmament werdet so ällerlei Auswirkonga uff ons nâchgsagt. So soll mr sich Hâr nâch Vollmond schneide lasse oder drvor odr übrhaupt net, nex Genaus woiß mr net. Operationa dät mr nâch Vollmond oder drvor odr überhaupt net vertrage, nex Genaus woiß mr au dâ net. Ond übrhaupt sott mr Geldgschäft bloß bei zuanehmendm Mond mache, ond manche pflanzet dr Garte nâch em Mondkalender â. Ob’s ebbes hilft, woiß i net, ond i sag’s ehrlich, des isch mr au egal. Di Moinong, es dätet in ra Vollmondnacht meh’ Kendle uff Welt komma, des isch nach ra Strichlischte vom ma Chefarzt von ra Entbendungsklinik uff jeden Fall falsch. Meh’ Kendle dätet an dene Dag uff Welt komma, an dene es dia meischte Kaiserschnitt gäb, hât der gesagt – ond dr müßt’s eigentlich wissa.

Was i abr aus leidvoller, selber gmachte Erfahrong sage kâ, mr sott net am må Vollmondâbend zom Einkaufa en dr Supermarkt gânge. Net bloß, weil die Leut’ dâ em Kaufrausch send ond dia Gummibänder an dr Kassa mit Ällerhand in drei- odr vierfache Portiona zuabeiget ond mr glauba kennt, es stâht å Hongersnot bevor ond am nächste Tag gibt’s sowieso nex meh’ en dem Lädle zom Kaufa. Noi, d’Leut’ send am letzta Vollmond-Donnerstich au recht stier druff gwea. Dia send mit ihre Eikaufswägela durch die Gäng’ gschossa – mr hât, wenn mr entgegakomma isch, fascht om sein Leba fürchta müssa. An dr lange Schlang’ vor de Kasse, hât mr emmer wiedr dr Eikaufswage vom Hendrmâ en d’Kniekehle neighaut kriagt ond s’Wasser isch oim drbei in d’Auga gschosse ond beim Ufflege uff’s Kassaband hât’s am Selbiga arg pressiert. Der isch oim nâ so uff Tuchfühlong gange, bis mr gmerkt hât, der sott’s mâl wiedr mit wäscha probiere. Vielleicht war des doch dr Vollmond, wo mi so empfendlich gmacht hât.

I wünsch’ Euch trotzdem a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 28. Februar 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mit em schwäbischa Selbschtbewusstsei isch des so å Sach’. Mir protzet halt net gern, ond einige von ons vrsuchet sogar onsern wondrscheena Dialekt – jâ mr muss des so sage – zom verleugna. Drom will i Euch heut’ â bißle uff d’Spreng helfa, weil, wia dätet mir ons en dr Welt ohne dr Albert Einstein zrechtfenda. Der Kerle isch en Ulm gebora, sei Mutter isch aus Cannstatt komma ond sei Vatr aus Buchau en Obrschwâbe, ond wia alle wisset, hât er nâchdenkt ond drbei isch di Relativitätstheorie rauskomma (di em übriga kaum oiner vrstâht). Ond glaubets mir, dät’s di Theorie net geba, nâ gäb’s au koi Navigationssyschtem em Auto. Des Käschtle kâ nämlich aus der Uhrzeit ond dr Positio von vier Satellita ausrechne, wo mir grad send. Drbei wird net bloß å Effekt nâch dr „Speziellen Relativitätstheorie“ (dia „Zeitdilatationen“), sondern au dr Eifluss von dene Gravitationsfeldr – wo dr Einstein en seinr „ Allgemeine Relativitätstheorie“ bschrieba hât – mit eigrechnet. Ond au dr Wilhelm Schickhardt aus Herrenberg isch so å Käpsele gwea ond net omsonscht hât mr den auch dr „schwäbische Leonardo da Vinci“ ghoiße. Dr Schickhardt hât nämlich scho 1623 di erscht Rechenmaschin’ uff dr Welt baut. Mit bloß elf Drehtoil hât die scho ohne Schwierigkeita ond ohne Fehlr älle vier Grondrechenarta könna – em ma Bereich von ois bis oinr Million. Meh’ wia 200 Jâhr hât’s nex Vrgleichbars geba.

Mr sieht also, mir Schwâbe hen vor neue Sacha koi Angscht, ganz em Gegatoil. Ond deshalb nemmat mir au des „Facebook“ en Bschlag, om für onsern Dialekt zom werba: So gibt’s am 3. März zom zwoita Mâl an „Schwäbisch-Schwätz-Daag“ ond an dem nemmat bis jetzt mendestensch 14 500 Schwâbe toil. I will Euch ermutiga, machet mit, ond schwätzet am Denstich des broiteschte Schwäbisch – halt so, wia Euch Gosch gwachse isch. Vielleicht macht sogar au dr Bürgermeischter von Bietigheim-Bissinga mit, weil dr hât nâch ra Mund-Art-Vranstaltong ebbes vrsprocha: Er dät driebr nâchdenka, ob’r net en Zukonft sein Dialekt nemma ganz so arg vrleugna sott.

I wünsch’ Euch å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega