Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Dr Schorsch vrzählt vom 12. September 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heut’ schtellt sich di Frâg, ob’s politisch no korrekt isch, wenn mr „Bettler“ schreibt. Uff jeden Fall, hann i en de letzschte Tag oin so an Kerle hier bei ons beobachtet. Der isch also an exponierta Schtell en dr Fußgängrzon’ ghockt, hât intensiv em ma Buch glesa ond vor sich a Bappadeckl-Schild ghet, mit dem’r om Geld bettlt hât: „Für das Leben.“ Am nächschta Tag isch’r wiedr an dr gleiche Schtell ghockt, bloß hât’r sei Schildle aktualisiert ghet: „Für ein ehrliches Weiterkommen im Leben.“ Ja, was soll i drzu saga? S’ehrlichschte Weiterkomma em Leba wär halt, wenn’r für sei Auskomma ebbes schaffa dät, ond net de andre ihre Kreuzerla aus em Kreuz leiera dät.

Ond wenn mr scho bei dr „Politischa Korrektheit“ send, nâ därf mr wirklich bloß no dr Kopf schüttla. Wia hend se en dera Woch’ den bayrischa Innaminischtr Joachim Herrmann von dr CSU durch dr Dreck’ zoga, weil’r dr Roberto Blanco als „wunderbarer N—r“ tituliert hât. Di Bondespolitikere Claudia Roth hât a paar Tag schpätr en dr Fernseh-Schwätz-Schau übr Flüchtleng gsagt: „Es werden auch Menschen kommen, die nicht unmittelbar verwertbar sind.“ Hä? Meh’ wia merkwürdig isch allerdengs, was passiert isch – nämlich nex. Vielleicht isch dia Internet-Meschpoke eba mit den greene Politiker ebes milder, wia mit andre.

Em übriga kâ mir sich scho uff d’Schenkl klopfa, wenn se en de öffentliche Vrwaltonga „gendergerecht“ formuliera. Es wird jâ bekanntlich in Kirchheim dr Bürgermoischtr gwählt ond dort gibt’s bloß zwoi Kandidate: Dr Amtsinhabr ond a Vielfach-Kandidat, wo voraussichtlich kaum Chance zom gwenna hât. Des soll abr jetzt koi Roll’ schpiela. Viel nettr isch die Eiladong für dia Kandidatevorschtellung, wo se vom Râthaus vrschickt henn. Dia boide oinzige Bewerbr send also Kerle, ond was von was schreibet se en dr Eiladong? Von dr „öffentlichen Kandidatenvorstellung für die Wahl des/der Bürgermeisters/Bürgermeisterin“. Hanno, vielleicht kommt jetzt oiner von dene boide Kandidata em Röckle odr schmucka Koschtümle, weil’r moint, seine Chance dätet sich drmit vrbessra.

Ich wünsch’ Euch a guate Zeit’ on em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 5. September 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Völlig aus dr Zeit isch jetzt dr Schorsch gfalla. Worom? Er isch a bekennendr Net-Fahrrad-Fahrer. Weil mr erschtens en dr Mitte vom vierta Jâhrtausend vor Chrischtus des uff ra Achs’ sich drehende Rad erfonda hât ond a bissle schpäter dr Carl Benz – i geb’s zu, der Prachtkerle isch en Karlsruh’ gebora – sein „Patent-Motorwagen Nummer 1“ uff dia Feldweg brâcht hât. Seither send dia Autole schtetig bessr worde, au mit große Koffrräum’ ond Âhängrkupplonge. Also gibt’s für mi net amol âsatzweis’ a Notwendigkeit per körperlichr Âschtrenong uff ma Drâhtesel durch d’Gegend zom fâhra.

Des sieht dr griane Vrkehrsminischter em Ländle nadierlich anders. Sommerloch-agil ond recht mediawirksam hât der sich en dera Woch’ uff a Laschtafahrrad nuffghockt, om en dr Landeshauptstadt zom zeiga, wia gschickt so a Drâhtesel (mit ma Elektro-Motörle) sei ond wia viel Zeug’s mr drmit transportiera kâ. „Mühelos“ könnt’ mr bis fascht 180 Kilo drmit ommanandr karra, selbscht ganz Biertisch-Garnitura seiet koi Problem, hend se em Radio gsagt.

I will des net, weil jetzt reg’ i mi scho übr dia Renn-Radl-Radler uff, wo sich uff ihre Carbon-Esel uffführet, wia wenn’n dia ganze Strâß’ alloi ghöra dätet. Ond jetzt soll i mi au no mit Laschta-Fahrrädr romärgra, wo irrsennig lang send ond bei dehne mr sich net vorstella will, wia des isch, wenn a Laschta-Fahrrad-Fahrer-Âfänger s’erschtmâl 180 Kilo, womeglich s’Trottwar nuff ond nondr, omandr wuchtet. Mr derf jetzt gschpannt sei, was für a „ökologische Sau“ vom Vrkehrsminischter no durch’s Ländle trieba wird. Vielleicht werdet uff am Land wiedr Ochsakarra statt de Bulldögla entdeckt ond möglichrweis’ müssat künftig die Taxifahrer ihre bequeme Limusina en dr Garage lasse ond drfür mit dr Rikscha ihre Fahrgäscht’ omandr kutschiera.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt am 29. August 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jâhrzehntelang hât dr Schorsch glaubt, dr Schillerwei’ hätt’ sein Nâme vom Friedrich, der wo en Marbach uff d’Welt komma isch ond so wondrbare Schauschpiel wia „Die Räuber“ odr dr „Wilhelm Tell“ gschrieba hât. Des hätt’ au guat basst, weil den Wei’ gibt’s jâ bloß bei ons. En ra Mußestond hann i em ma kloine Büchle gschmöckert ond dâ isch dren geschtanda, dr Schillerwei’ dät’s scho viel längr gebba, wia onsern Marbacher Dichtr.

Dr Nâme dät herkomma von der „schillernda“ Farb’ von dem Tropfa, weil der wird aus ra Mischong aus Rot- ond Weißwei’ gmacht ond dia müsset aus oim Wengert komma. Dr Grond für die Mischong isch a ganz praktischr: Früher isch mr no viel meh’ vom Wettr en de Wengert abhängig gwä ond so hât mr – heut’ dät mr sage wega dr „Risiko-Minimierung“ – zwoierloi Traube uff oim Stückle ghet, weil, wenn di oi a bißle schwächelt hât, isch die Hoffnong dâ gwä, di ander brengt nâ halt meh’ Ertrag.

Wenn mr grad scho bei de alkoholische Getränk’ send, nâ muss i mi jetzt auch no übr a Urteil vom Ravensburger Landgricht uffrega. Irgendwelche Krawallhansl vom Verband Sozialer Wettbewerb en Berlin (!) hend nämlich klagt, weil a Brauerei aus Leutkirch drmit gworba hât, ihr Bier sei „bekömmlich“. Ond des dürftet se jetzt nach dem Urteil en dera Woch’ nemma saga. Ja, gâht’s denn no? Ja, wia anders, als „bekömmlich“ soll den a Bier sei. Wenn mr’s net übrtreibt, nâ schmeckt a Bierle – ebaso, wia a Viertele – ond sorgt für Wohlbefende beim Zecher. Wenn’s nämlich net „bekömmlich“ wär, nâ dät’s ons beim Trenka jâ dr Maga romdreha – ond des hann i bisher bloß nâch am extrema Saufgelag’ seha könna.

Deshalb sag’ i Euch „Proscht“ odr bessr „Wohl bekomm’s“ – odr derf mr des jetzt au nemma saga?

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 22. August 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Des hât jâ jetzt net so klappt mit dem Müßiggang ond dera Muße seit letzschta Samstag. Abr des isch jâ au koi Wondr, mit dem, was dr’Schorsch en de letzschte Tâg vrleba müssa hât. Er hât’s jâ grad no vrkraftet, wia dia Temperatura om fascht 30 Grad en dr Kellr gfahra send ond wia’r em Sommr-Monat (!) Auguscht sei Öfele hât anzünda müssa, drmit’r koine Froschtbeula kriagt hât.

Es isch jâ entzwischa üblich, statt mit ma Postkärtle, jetzt übr’s weltweite Netz dia Drhoimbliebene an ällem, was so em Urlaub passiert, toilhabe zom lasse. So isch’s fascht übrall uff dr Welt. Eba bloß net dâ, wo dr Schorsch grad isch: em Allgäu, em Schatte von de Alpe, abr au em Schatte vom Internet.

„Laptop und Lederhosen“ hât sich dr Freistaat vor etliche Jâhr scho ganz selbschtbewusst uff sei blau-weiß-rautierte Fâhne geschrieba. Des mit de Ledrhosa kâ mr absolut bestätiga, fascht jedr dappt drmit rom ond en de Touristastädtla sogar dia selbige aus Norddeutschland. Worom abr dia Bayra an Laptop brauchet, des erschliaßt sich net. A Beischpiel gfällig?

Wia oba gschrieba, will mr dia Liabe drhoim toilhabe lasse ond a klois Filmle en dia soziale Media hochlade. Grad amol lächerliche 32 Sekündle isch des Filmle lang ond grad amol 14 Stond’ ond 32 Minuta hât’s dauert, bis des dia reschtlich’ Welt em weltweite Netz seha könna hât.

Dâ isch mr recht am übrlega, ob mr net wia früh’r a Briefle schreibt, uff s’Poschtamt brengt ond drzua an CD mit dem Filme neiglegt. Besser wär’s, wia sich uff des Ledrhosa-Internet an de Alpe zom vrlasse – ond Nerva dät’s au schona.

A Âmerkong zom Schluss: Wenn’r den Schorsch heut’ lesa könnet, nâ hât des Ledrhosa-Intenet a recht’s Ei’seha mit Euch ghet.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 15. August 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Wer kennt des net, des eigentlich allgegawärtige Sprichwort bei ons Schwâbe: „Müßiggang ist aller Laster Anfang.“ Ond des henn mir vrennerlicht: Mir schaffet emmer: Em Häusle wird ständig ebbes repariert, em Gärtle wird pflanzt, gossa, ghackt ond Okraut rauszopft, en de Wengert gießet se ond gucket ob älles fei wächtst, em Gschäft send Schwâbe meischt dia Erschte, wo kommet, ond dia Letzte, wo ganget, ond wenn’s a Uffgab’ gibt, wo koinr gern macht – nâ schreiet mir schnell „hier“. Selbscht en dr Freizeit fendet mir koi Ruah’. Mir send en de Veroi aktiv, schenket dr Allgemeinheit onser Zeit odr zeiget de andre, wia mr sich am beschte bewegt odr standet bei de Veroisfescht’ stondalang am Grill, drmit a Geld en Vroiskass’ kommt. Andre radlet selbscht bei dr gröschte Hitz’ ond rennat ohne Senn ond Zweck durch d’Gegend. Kurz: Mir send schtändig am grubla.

Bekanntlich onderscheidet mr bei ons en Schwâbe bloß zwischa dem Königreich Württemberg ond em Großherzogtum Baden, weil mir älle em Südweschte zom Volksstamm dr Schwâbe ghöret ond Schwâbe ond Allemanne em Grond des Gleiche send. Ond deshalb schmeißt dr Schorsch amol an Blick uff die Uni en Freiburg. Dort gibt’s nämlich a ganzr Sondrforschungsbereich der sich mit „Muße. Konzepte, Räume Figuren“ beschäftigt. An dr Albert-Ludwig-Universität isch mr en drei Projketbereich’ aus vrschiedene Wissaschaften drbei, dem „allseits bekannten, aber wenig erforschten Phänomen näher zu kommen“.

Dene Forschr gâht’s drbei net dâdrom, s’Handy en dr Bach zom schmeiße ond uff’s Land zom ziaga, sondern dia wöllet zeiga, es gâht bei dr Muße eba net darom durch irgendwelche Übenga a ehrgeizigs Ziel zom erreicha, sondern es gâht darom „sich in Gelassenheit mögliche Situationen zu fügen und sein kreatives Potential zu entfalten, ohne zu wissen, welches Ziel am Ende damit erreicht“.

Liabe Leut’ des isch selbscht für dr Schorsch nâch zwoi Wocha Urlaub ondr dem Motto „Abandasee“ brutal schwer. Oi Woch’ geb’ i mir jetzt no. Wenn’s also am nächschte Samstag koin „Schorsch vrzählt“ gibt, nâ hann i es geschafft.

I wünsch’ Euch a guate Woch’, mit viel Muße, ond em Herrgott sein Sega

 

Dr Schorsch vrzählt vom 8. August 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jesses noi isch des a Hitz’. Di Sonn’ bräggelt uff ons na ond drocknet oim fascht s’Hirn aus. Ond des mit em Hirn austrockna, des kâ mr bei einiga Zeitgenossa en dem Sommer scho fascht wörtlich nemma. Emmer meh’ lasset sich jâ mit ra Nâdl ond Farb ällerlei domms Zeug’s en dr Wanscht neistecha. Des muas mr net vrstânda, abr des gâht jâ grad no. Wobei sich des oine odr andre Tattoo dr Schwerkraft folgend, em Lauf dr Lebensjâhr doch recht en d’Länge ziage wird. Doch was en dem Sommer dia Krönong dr Dommheit isch, des lässt oim scho am Vrstand zweifle ond liegt wahrscheinlich dâ dra, weil di Sonn’ eba doch s’Hirn eitrocknet: Jetzt lasset sich ganz Durchknallte von dr UV-Strahlung Tattoos als Sonnabrand en d’Haut neibrenna.

Was mr em Internet ondr “#sunburnart” (Sonnabrand-Kunscht) fendet, des macht oin net bloss optisch sprâchlos, des isch au für Gsondheit so zemlich s’Blödschte, was mr macha kâ. Bleibt drbei bloß zom hoffa, dia Durchknallte nemmet sich den Tipp von “Sunburnart”-Insider zom Herza. Dia empfehlet nämlich, mr sott sich des Sonnabrand-Kunschtwerk uff dia Körperstella brenna, wo sonst kaum Sonnastrahle nâ scheinet. Dr Schorsch empfiehlt also so a Tattoo uff de hendre Backa, nâ duat’s wenigschtens beim Hocke danâch no recht weh. Worom mr so ebbes macht? A Dermatolog’ aus Wuppertal hât an Erklärungsvrsuch gmacht: “Die Haut ist natürlich eine soziokulturelle Projektionsfläche.”

Geschtern hât dr Schrosch jetzt oin gseah, wo komplett vom Gsicht bis zu de Scheeboi’ krebsrot war. Vrmutlich hât sich dr denkt’ i mach’ mr jetzt a Ganzkörper-Sunburnart-Tattoo ond setzt a soziokulturelles Zeicha für dia Indianr en Amerika – odr er isch bloß beim Sonnabade eigschlâfa.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 1. August 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

D’Mehrzahl von ons Schwâbe möget Floisch ond Wurscht. Wia kennt’s andersch sei, weil Roschtbrâte uff Saurkraut mit Buabaschpitzle, a prächtigr Schweinebrâte odr gar im Nudeltoig versteckt’s Brät bei de Maultasche zu onsere Lieblengsesse ghöret – und Linsa mit Schpätzle ond Soitawürtschtla nach em große Fernsehturm, am no größera Stuttgart eben des Allergröschte send.

Somit hât di schwäbische Jugend allerbeschte Chance nâch Auschtralien einreise zom dürfa. Worom? Dâ gibt’s nämlich a Berliner Austauschorganisatio’, wo für 2016 no a paar „der sehr beliebten Plätze des landesweiten Schüleraustausch-Programms nach Australien“ zom vrgebba hât. Dia offizielle Voraussetzungen send klar formuliert: Bewerbe könnet sich älle Schüler, wo guat Englisch schwätza könnet, mendeschtens 15 Jâhr alt send, während ihrm Uffenthalt en Auschtralia net volljährig werdet – ond jetzt kommt’s: Koine Vegetarier send. Koi Spruch’, koi Spass, koi Bleedsenn, genau so schtoht’s en dera offzielle Ausschreibong. Dr Auschtralier an sich woiß halt ganz genau, was’r für Leut’ bei sich ondrbrenga ond vrköschtiga will. Also älle, wo a Kängeru-Steak, a Wombat-Schnitzel odr Emu-Oir-Omlette net ablehnat, solltet sich jetzt bewerba.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ on em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 25. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt hen se doch endlich a neue Erd’ – odr wia se neudeutsch saget, a „Erde 2.0“, – gefonda. Dera Durchmesser isch 60 Prozent größr wia bei ons ond sia isch rond 1,5 Milliarda Jährla ältr wia onser Sonn’. Dia NASA-Forschr glaubt sogar, es dät dort a paar Bergla ond Meerla gäba. Ob’s Leut’ dort gibt, des woiß mr net. Ois isch abr recht ostrittig, onsr Neue Erd’ isch osennig weit weg: rond 1400 Lichtjâr. Des isch so weit, des kâ mr sich gar net vorstella ond ois isch gwies, mit’m Fahrrädle kommt dr dâ scho glei gar net nâ.

Des soll ons abr net weitr kratza. Weil des Teleskop, was se vor sechs Jâhr en d’Gegend nausgschossa henn, dr Nâme Kepler hât, hoist au onsr neue Erd’ „Kepler-452b“. Des isch prima. Mir älle wisset jâ, dr Johannes Kepler isch 1571 en Weil der Stadt uff d’Welt komma, hât di erscht Klass’ von dr Lateinschul’ en Leonberg bsucht, hât’s Landesexame en dr höhere evangelischa Kloschtrschul en Maulbronn bschtanda ond isch nâ 1589 ans evangelische Stift en Tübingen ganga. Dr Kepler isch abr net bloß Theolog’ gwä, sondern au Naturphilosoph, Mathematikr, Astronom, Astrolog ond Optiker. Der hât Kerle ondr andrem feschtgschtellt, wia dia Planeta om d’Sonn’ kreisat. Gschtorbe isch’r 1630 en Regensburg. A richtig’s schwäbischs Käpsle isch’r halt gwä.

Weil des so isch, hât au dia NASA ihr Teleskop nâch em Kepler ghoißa, ond somit au onser „Erde 2.0“. Ond jetzt kommt’s. Weil des so isch, ben i absolut drvo übrzeugt, mir Schwâbe sottet ons gleich massiv dâ drfür einsetza: Dia Amtssprâch uff dem Planeta „Kepler-452b“ muss Schwäbisch sei. Dâ gibt’s jetzt nâch meinr logische Argumentiererei koi Alternativ’ ond zwoitens kennt mr drmit endlich amol em Martin Luther mit seiner übrschätzta Schriftsprâch a Schnäpple schlage.

I wünsch’ Euch a gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 18. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Wia mr en dera Woch’ en dr Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung lesa könna hât, ziaget dr Obscht- ond Gartebauvroi ond di Stadtvrwaltong en Bönniga an oim Strang, wenn’s drom gâht, an Zuaschuss für des Schneide von dene alte Obstböm uff de Streuobstwiesa zom kriage. Emmerhin 15 Euro hât’s Land en Aussicht gschtellt ond des sogar zwoi Mâl en fenf Jâhr, wenn mr mit dr Aschtscher’ ond dr Säg’ hender dia Storra gâht. Mr sott bloß a Âhnong han, wia mr dia Äscht rondersägt, weil sonst gâht’s oim wia mir vor a paar Jâhr’. Ganz stolz hann’e oim von dene Bomschnittspezialischta mein uralte Kirschabom’ zeigt, ond was hât der gsagt? „Echt prima hâsch den Kirschabom’ gschnitta – wenn’s a Äpfl- odr Birnebom’ wär. Weil so kriagsch en dem Jahr koine Kirscha.“ Was soll’e sage. S’hât koine Kirscha damals gebe, ond dr uralte Bom an onserm Häusle isch enzwischa au vrreckt.

Ganz anders sieht des mit onserm Kirschabom uff dr Streuobstwies’ aus. Seit Jâhr wird der nemme gschnitta – erschtens, weil i emmr no koi Âhnong han, und zwoitens fehlt mr oifach Zeit. Des stört den Kerle abr wenig. Erscht em Frühjâhr hât’r selbr a paar Äscht abgschmissa, dia’r vrmutlich nemme braucht hât. Abr Kirscha hât’r Jâhr om Jâhr ghet. Es war a Pracht, mr isch dem reicha Erntesega kaum nâchkomma. Au Âfang Juni war der Kirschabom vollghangt, ond die Vorfreud’ uff dia oigene, süße Kirsche war ogebrocha.

Ond was war jetzt? Wia mr di erschte Kirscha für an Kirschakucha hola wölla henn, dâ hat ons schier dr Schlag troffa. Der mendeschtens fenf Meter hohe Bom war komplett leer. Koi oinzige Kirsch’ isch me dâ gwea. Ois isch klar, em nächschte Jâhr werdet mir onsern Kirschabom nemme spritza lasse. Nâ han i wenigschtens a Freud’: Dr dreischde Kirschaklaur füllt sich nämlich nâ sein Wanscht mit ma Haufa Würm’ en de Kirscha.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 11. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Onser Landesverwaltong isch ja net grad für ihrn ausprägta Humor bekannt. Doch am Donnerschtich hât se sich uff ihrer Facebook-Seite „bw-jetzt“ – di a bissle steif „Werbe- und Sympathiekampagne ,Wir können alles. Außer Hochdeutsch’ des Landes Baden-Württemberg“ hoißt – doch selbr übrtroffa und 32 luschtige Gmoindenâme em Ländle vröffentlich ond uff ra entraktiva Kart’ au glei di entsprechend Nâmenserklärong mitgliefrt. „Frauenzimmern“, was sein Nâma am ma frühera Zischterziensr Kloschtr vrdankt, des kenna mr ja no. „Busenweiler“ ond „Bettenhausen“ em Landkreis Rottweil send dâ scho a bissle obekanntr, „Sexau“, „Küssaberg“, „Liebesdorf“ odr „Hausen ob Verena“ henn an ganz bsondra Charme.

Bei „Billigheim“, „Gammelshausen“, „Siehdichfür“ ond erscht recht bei „Muggensturm“, dâ kommat mr oweigrlich onsre Griecha en Senn. Vor zwoi Wocha hem’rs scho amol vom griechischa Grilla (ohne Kohla) ghet, heut’ muss mr sich aus aktuellem Âlass mit dr Idee von dr griechischa Vrhandlonga mit de Geldgebr ausanandrsetza: Älle, wo no a baar Schulda uff dr Bank henn, di sollet jetzt em ma absolut demokratische Vrfahra a Abstemmung ennerhalb dr Familie en Gang setza, om mit ma eindeutiga Ergebnis festzomschtella: Mir zahlet nex meh’ zrück. Mit dera demokratischa Legitimatio’ legt mr nâ etliche Gesprächstag mit seinra Bank fescht, muss abr drbei druff beschtanda, die höchschte Bankvrtretr müssat dâ drbei sei. Bei dene Gspräch ghât’s abr net drom, wia mr seine Schulda frischtgrecht zurückzahla könnt’, noi, es ghât bloß dâdrom: „mir zahlet nex meh“. Mr muas nâ abr, für a bsonders zermürbends Vrhandlongsklima sorga, nâ klappt des au mit em finale Schlussponkt: Di neu’ Vreinbarung mit dr Bank sieht jetzt vor, mir zahlet nex zrück, mir send abr bereit a neu’s Darleha, mendeschtens doppelt so hoch, wia’s alte entgega zom nemma. Übr die Zrückzahlongsmodalitäte vrhandla mr nâ spätr. S’Problem isch, des kriaget wohl bloß die Griecha nâ.

Also meine Liabe, des war jetzt bloß a „Jux“ – so hoißt au des Örtle, wo mr dr Bedeutong nâch gern jauchzt – ond mir freuet ons, weil’s en onserm Ländle a „Himmelreich“ ond a „Paradies“ gibt.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega