Archiv der Kategorie: 3. Dr Schorsch vrzählt

Nr. 195: Dr Schorsch vrzählt vom 9. Februar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Geschtern hât mr amol wiedr erleba dürfe, was a Verkehrsinfarkt bedeutet. A Ofall mit mr Lastr uff dr Autobahn hât zur a Vollsperrung geführt, ond älle send rontrgfahra ond henn dia Strâße im Landkreis abr so was von vrstopft. „Â Autoschlang’ isch blöd, bsonders henta, abr vorne dâ gaht’s“, des isch em Schorsch glei eigfalla. Abr no blödr isch, wenn jedr fenfte in der Schlang’ an „Sicherheitsabstand“ zom Vordermâ von zwischen 50 ond 100 Meter eihält, wahrscheinlich weil’s bequemer isch, wenn mr net ständig kuppla ond âfahre muas, obwohl des eigentlich scho en dr Fahrschul’ glernt hann sott. Da gâht’s na irgendwia gar nemme vorwärts. Em Stau hât mr Zeit zom rechna: rond 11 Kilometer isch die Streck’ zwischa Bietigheim ond Besigheim, ond hentranandr dätet dâ nâ so um de 1500 Autole ond knapp 300 Lastr druffpasse. Wenn jetzt abr jeder fünfte bloss 50 Metr Abstand zu seim Vordermâ auflaufe lässt, nâ isch di Schlange net bloss 11 Kilometr lang, sondern theoretisch plötzlich 29 Kilometr. Schlange isch oifach blöd.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 194: Dr Schorsch vrzählt vom 2. Februar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dia Amerikânr dehn amol widr onsr Wirtschaft extrem schädiga. Noi, es gâht net om a neue schwachmahtiga Kurzmeldung von dem stroh-blö…, äh, strohblonda Hansele em weißa Haus. Es gâht au net om irgendwelche Strâfzöll’ odr Vrhaftonga von deutsche Firmavertretr, weil onsere Auto net so dunkl russat, wia dia riesige amerikânische Geländewage und Strâßapanzer.

Dr Grond isch diesmâl dr „Super-Bowl“. A komisch’s Spiel, wo insgesamt zwoi Mâl elf Kerle – etliche recht übrgwichtige om dia nâ wiedr halbe Hemdr romwusslat – wia Dampfhämmer uffanandr druff rennet, om an Ball zum fanga, der net amol rond isch. Ond nâ hoißet se des no zo ällem Überluss Football, was uff deutsch Fußball hoißt. Weil des ganze Tohuwabohu eba dâ drüba übrm Teich stattfendet, nâ spielt sich des Ganze bei ons mittla en dr Nacht ab. Dia Jonge bei ons, ond besonders dia Buaba, hend irgendwia an Narra gfressa an dem „Super-Bowln“- Gedöns, ond werdet dia Fernseh-Übrtragong bis am früha Morga âglotza. Mit dem Ergebnis, dass am erschta Arbeitstag en dr Woch’ wohl ganz schee Augadeckl und Lella nondrhänga werdet. Wia sich des uff dene ihr Schaffenkraft auswirkt, des kâ mr sich vorschtella.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 192: Dr Schorsch vrzählt vom 26. Januar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt send’s scho fascht 67 Jâhr, dass es dia Liebesheirat von Württemberger ond Badener 1952 geba hât. Ond emmerno giftlet dia Badener ond dia Württemberger gegaanandr. Jetzt freut’s natürlich dr Schorsch ohbandig, dass grad em Klinikum Ludwigsburg drfür sorgt wird, drmit mir im Landkreis Ludwigsburg meh übr onsere badische Schwestra ond Brüdr erfahret ond dia drnâch au no meh mögat. Was machet se drfür em Klinikum? Im Wartebereich von dr Zentrale Notuffnâhm hend se Fernseherla an d’Wänd’ nâghengt, ond – mr kâ’s kaum glaube – dort flimmerte des Programm vom private Fernsehsenderle „Baden-TV-Süd“ mit Sitz en Freiburg.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 191: Dr Schorsch vrzählt vom 19. Januar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mr lebt uff’m Land, weil’s dort schee isch, ond weil Luft dort so gsond sei soll. Doch dr allgegawärtige Feinschtaub vrwischt ons jetzt au en dr ländlicha Gegend, odr no viel dramatischr, grad dort, wo’s viele Äcker gibt. Dâ isch’s scheint’s am schlemmsta. Wenn mr dr Bericht von dem ARD-Magazin „Monitor“ am Donnerstichâbend gseha hât, nâ woiß mr, 45 Prozent vom Feinstaub kommet scheint’s von der Landwirtschaft, weil dia die Jauche uff d’Felder leerat. Irgendwia haut’s oim dâ dr Seier naus. Irgenwia wird’s jetzt seggeles blöd, welch’ neue Sau jetzt wiedr durchs mediale Dorf g’jagt wird. Di schiere Vrzweiflong muss oin packa, weil sia henn no eins druffgesetzt: Jährlich seiat 120 000 vorzeitige Todesfäll durch Feinstaub zom beklagen ond dia Landwirtschaft sei dr Hauptvrursachr.

Nâchdem mr jetzt zerscht dia böse, böse Dieselautole ans Kreuz gnagelt hât ond onser Autoindustrie langsam abr sichr hemacht, kommet jetzt onsere Baura an der Pranger. Dr Schorsch wird ab sofort s’schnaufa eistelle, weil er will ja net am Feinstaub sterba.

Obwohl, s’stellt sich scho dia Frâg, wia onsere Baura übr Jâhrhondert henn übrleba könna, wo se doch ständig en richtiga Wolka von Jauchedämpf schaffa müsset.

Ond so nebabei dät’s dr Schorsch no interessiere, worom’s eigentlich bloß bei ons Fahrvrbot gibt, ond sonst nirgends uff dr Welt?

 guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 190: Dr Schorsch vrzählt vom 12. Januar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Oine von de erstrebensweise Uffgaba vom Schorsch isch, drfür zom sorga, liebenswerte, lautmalrische ond vom Aussterba bedrohte schwäbische Begriff zom bewahra. Wobei des Wort, om des s’jetzt gâht durchaus au von onsere bayrische Nâchbr en Beschlag gnomma wird. Am besta, mir bemühat onsern Martin Luther, der nâchweislich scheint’s den Satz gar net gesagt hât: „Warum rülpset und furzet ihr nicht? Hat es Euch nicht geschmacket?“ Es gâht natürlich oms schwäbische Kobba (wobei dia Bayra es als Koppa bezeichnet). Welch wohlkenklingendes Wort, welches des Geräusch, was aus dem Schlund sich sein Weg über den Racha ond d’Gosch laut vernehmbar in die Freiheit suacht.

Gradzua prächtig di Konjugation des liebenswerta Worts. Präsens: I kobb, Du kobbsch, Er kobbd, Mir kobbad, Ihr kobbad, Sia kobbad; Perfekt: I hann kobbd, Du hosch kobbd, Er hodd kobbd, Mir hennd kobbd ,Ihr henn kobbd, Sia henn kobbd; Konjunktiv: I däd kobba, Du dädsch kobba, Er däd kobba, Mir dädad kobba, Ihr dädad kobba, Sia dädad kobba; Futur: I werd kobba (odr au: i dät gern kobba), Du wirsch kobba, Er wird kobba, Mir werdad kobba, Ihr werdad kobba, Sia werdad kobba.

Ond wia goldig klengts erscht, wenn mr zom kloina Buzzawagle sagt: „Dâ hasch abr a fei’s Kobberle gmacht.“

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 189: Dr Schorsch vrzählt vom 5. Januar

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

A schwierige Entscheidong stâht â. Soll dr Schorsch scho jetzt Wendrroifa uff sei Wägele uffziaga odr oifach no wia en de letzschte Jâhr druff warta, bis’ses amol richtig Schnee hât? Dr Schorsch glaut, er wartet no a Weile, schließlich hât’r ja erscht Âfang August von Wendr- uff Sommrroife gwechselt. Dâ freut’r sich, dass solche Problem’ dia Cannstatter Fußballstolperer erst gar net henn. Sozomsaga als Belohnong für ihr ohglaubliche Leistong en dr Bundesliga-Vorrond’ dürfa die vrwöhnte Bürschle jetzt im âgnehm warma Spanien trainiere. Wenigstens en dr eiskalte Schwarzwald hät’ dr Schorsch dia Kerle gschickt, weil dâ hättet se fescht renna müssa, drmit’s ehna so richtig warm wird.

A guate Woche ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 188: Dr Schorsch verzählt vom 22. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Vielleicht isch dr Schorsch doch a weng aus dr Zeit gfalla. Er freit sich nämlich saumäßig uff Weihnachta. Er freit sich uff dr glänzende Christbaum (der, wia’r wissat erst am Heiliga Âbend strahle wird), er freit sich, dass dia emmer größer werdende Familie zamme kommt, er freit sich uff die Gâs’, die’r s’erschtmâl bruzzla wird, ond er freit sich uff dia Gschenkla, vor allem uff dia, dia verschenkt werdet. Es wär abr für dr Schorsch net Weihnachta, wenn’r net am Heiliga Âbend en dia wonderscheene Cyriakuskirch’ en dr Ganerbenstadt ganga dät, weil erscht nâ isch richtig Weihnachta. Liedr will’r senga, a scheene Predigt horcha ond die Melodia von den Streicher onderm Lettner sollet ihn so richtig seelig macha. Des isch nâ dr Moment, wo mr inne halta kâ, ond sich drüber freua, wia schee eigentlich des Jâhr gwese isch, ond er wird an die Hoffnonga für’s nächste Jahr denka. Da kâ’r nâ au vrschmerza, dass dia Migrationsbeauftragte dr Bondesregierong bei ihre vrschickte Kärtle, trotz dem „C“ en ihrm Parteibuch, koine „Frohe Weihnachten“ wünscht.

A guate Woche, am Herrgott sein Seega und seelige Weihnachta wünscht deshalb dr Schorsch.

Nr. 187: Dr Schorsch vrzählt vom 15. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr bada-württembergische Minischterpräsident Kretschmann hât jetzt endlich a richtig’s Fass uffgmacht, ond mit seim Mundart-Kongress am Dialekt a große Bühne gschaffa. Er moint nämlich, dass bsonders dia schwäbisch’ Mundart emmer meh’ vrlora ghât. Heidanei, des woiß dr Schorsch scho seit viele Jâhr, ond deshalb schreibt’r scho seit 21. Februar 2015 jeden Samstisch en dr Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung seine schwäbische Kolumna. Diesmal zom 187. Mal verzählt er von de Befendlichkeita, die ehn omtreiba, ond des natürlich so wia’m sei Gosch gwachsa isch. Nâch de Reaktiona von de „Dr Schorsch vrzählt“-Leser kommat seine – zuagegebenrmaßa net emmer leicht zom lesende Ergüsse – recht guat â, ond deshalb wird dr Schorsch des au weitr fortsetza. Weil mr woiß jâ nia so recht, wia lang so a Dialektbegeischterong bei de Politiker âhält.

Dr Schorsch kâ au leicht aushalta, dass so a Journalischtadippl vom „Spiegel“ doch tatsächlich gega dr Dialekt kommentiert hât. Naja, Grassdackl, dia net wissa was se ohne Mundart vrsäumet, gibt’s halt emmr wiedr. Wia hoißt’s? Was stört’s dia Eiche, wenn a Wildsäule sich an rer schärrt.

A guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 186: Dr Schorsch vrzählt vom 8. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Koi Freud‘ am Adventskranz meh‘? Ach wia schee isch eigentlich die Adventszeit, wenn mr am Sonntich jetzt des zwoite Kerzle anzünda kâ. Doch mr stâht plötzlich mit oim Fuaß scho em offena Grab. Worom? Jeden Tag vrfolgt ons die ohsäglich Feinstaub-Diskussio ond vor ällem dia, wia mr hört, fascht scho willkürlich festglegte Feinstaub- Grenzwert‘ von 40 Mikrogramm uff viel befahrene Strâßa. Ond jetzt kommt onser Adventskranz au no dâher, weil dr Professor Dr. Dieter Köhler, oinr von de führende Lungenfachärzt‘ en Deutschland, so nebaher bemerkt hât, vrdampft so a vierkerzigr Kranz an geschätzta Stickstoffdioxid-Ausstoß von 100 bis 200 Mikrogramm. Hüstel.

Also so sei dr Feinstaub-Grenzwert an Krampf, sagt dr Professor. Besinnlich-gmütliche Adventszeit ade. Beim Weihnachtsliedrsenga hât jetzt plötzlich dr Tod vor Auga – wenn mr den Feinstaubgrenzwert von 40 Mirkogramm no ernst nemma will. Wenn mr dia Gmütlichkeit en dr Wohnstub‘ dann no vom lodernda Feuer em offena Kamin steigra will, nâ isch des End net weit. Schließlich haut so a Holzofen rond 25 Mâl so viel Feinstaub naus, wia a zehn Jâhr altr Laschtwaga ohne Partikelfiltr.

A guate Woch‘ ond em Herrgott sein Sega.

Nr. 185: Dr Schorsch vrzählt vom 1. Dezember

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Adventszeit! Di Zeit dr fromme Wünsch’. Dr Schorsch hât eigentlich bloss oin Wunsch, dass sei Familie gsond bleibt, ond net ens Bietigheimer Krankenhaus muss. Weil des kâ’r sich oifach nemme leista. Worom?

Saget mr mâl so, dia Stadtvrwaltung macht sich’s leicht ond hât dia „Parkraumbewirtschaftung“, wia’ es amtsdeutsch hoißt, an a Firma aus Nürtinga, di dia Bezeichnung em Nâme hât, vrgeba. Des isch gschickt gwä, weil nâ isch di Stadt fei raus, wenn sich d’Leut’ übr dia modern Wegelagerei uffreget. Ond dr Schorsch regt sich granatamäßig uff. Vor a paar Woche hât’r nämlich jemand en d’Notuffnâhm begleita müssa, ond selbstvrständlich hât dr Schorsch gwissahaft an dene Automätla am Krankenhaus a Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle zoga. Blöd bloss, dass dia Warterei en dr Notuffnâhm’ sich zoga ond zoga ond zoga hât. Fenf Stond hât die Warterei dauert, ond wegrenna hât mr en dera Zeit au net könna. Am nächste Tag isch nâ a Krankabsuch âgstanda, ond wieder a Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle zoga, saubr platziert uff em Amaturabrett em Auto. Blöd bloss, dass dia geschulte Kontrolleur, dia für dia notwendig Ordnung uff de Parkplätz am Krankenhaus sorga sollet, net ihrn beschta Tag ghet henn. Mit dem Ergebnis irgendwia henn se scheints des Drei-Stonda-Parkraumbewirtschaftongs-Billetle em Auto net gseah.

Jetzt send zwoi Briefla vom Parkraumbewirtschafts-Ondernehma rechtzeitig vor dr Adventszeit eintroffa. Zwoi Mâl 35 Euro muss dr Schorsch blecha. Dr Schorsch nemmt’s aus em Etat für dr Weihnachtsbrâte, und begleicht sei kriminelles, vrwerfliches ond dâmit kostspieliges Parkraumbewirtschaftongs-Vrgehe.

Statt ra knuspriga Weihnachtsgâs gibt’s nâ halt an Griaßbrei am Fest der Liebe, ond nur dia allrbeschte (Segens)-Wünsch wird dr Schorsch dann nach Nürtingen schicka.

Trotzdem a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega.