Archiv der Kategorie: 2. Über onsern schwäbischa Tellerrand naus…

Von Zeit zur Zeit muas mr, was so passiert au mit spitzr Feder kommentieren.

Kraftstrotzende Unikate

Mit einem Gruß in breitestem Schwäbisch öffnet Aykut Tataroglu die Tür zu seiner Werkstatt in einem modernen, eher unscheinbaren Zweckbau in der Stuttgarter Straße in Bietigheim-Bissingen. Was sich dann dem Besucher offenbart, lässt viele Männeraugen glänzen und deren Herzen vor Begeisterung hüpfen: Drei vor Kraft strotzende Bikes mit viel auf Hochglanz poliertem Edelstahl, mit Hinterreifen, deren Breite einem Sportwagen gut zu Gesicht stehen würde, und die bis auf den Rahmen sowie Vorder- und Hinterrad nur wenig mit einem klassischen Straßenmotorrad zu tun haben.


Aykut – ein Meister der Costum Bikes (Fotos: Martin Kalb)


In handwerklicher Perfektion hat der 56-jährige Aykut Tataroglu diese motorisierten Unikate geschaffen. „Es sind Kunstwerke, meine Ideen, meine Emotionen in Stahl“, sagt er, und man spürt in jedem Wort, hier ist einer, der seinen Lebenstraum, seine Leidenschaft lebt – und dies seit fast drei Jahrzehnten. Geboren in Istanbul kam Aykut (wie er genannt werden will) mit seinen Eltern nach Deutschland und wuchs in Schlaitdorf im Schönbuch am Rande des Landkreises Esslingen auf: „Mit sieben Jahren waren in der Autowerkstatt meines Vaters zum ersten Mal meine Arme bereits voll mit Motorenöl.“

Mit einer Ausbildung zum Maschinenschlosser erlernte der Liebhaber schwerer Motorräder die handwerklichen Fähigkeiten, um seinen Traum zu verwirklichen. „Ich wollte schon immer eine Harley“, erinnert er sich an seine Anfänge. Doch sein Traum war kostspielig, also baute er sich als 27-Jähriger seine Maschine im Keller aus zusammengesammeltem Motor, Rahmen und Getriebe. „Es kam mir entgegen, dass ich vom Sondermaschinenbau komme“, erklärt er. „Bestimmt ein Jahr habe ich an meiner ersten Maschine gebaut“, sagt Aykut, und diese ist auch – neben anderen – im Showroom im Bietigheimer Bigpark zu sehen. Das Besondere daran: Die heute 300er-Walzen auf der Hinterachse gab es damals noch gar nicht, also hat er einfach einen Autoreifen auf seine bereits damals selbst hergestellten Speichen-Felge aufgezogen.

Apropos Felgen. Heute kennzeichnen die Costum Bikes von Aykut unter anderem seine patentrechtlich geschützten 20-Speichen-Räder aus zwölf Millimeter starken Titanstangen. Wie er fachkundig erklärt, ist es wichtig, dass trotz der schieren Kraft, die seine Maschinen auf die Straße bringen, die Felgen besonders leicht sind, denn durch den physikalischen Kreiseleffekt, werde es bei schweren Felgen immer schwerer das Bike in die Kurven zu lenken. „Es ist wie mit meinen Speichen, weniger ist mehr“, sagt der 56-Jährige mit Blick auf seine Firmenphilosophie. Bevor er im März 2017 seinen Unternehmenssitz auf Anregung der befreundeten Bigpark-Geschäftsführer Jens Lück und Hartmut Rieger nach Bietigheim-Bissingen verlegte, betrieb er 21 Jahre lang seine Werkstatt in Neuffen, bewusst mit kleiner Belegschaft. „Ich habe in der Vergangenheit viele Kollegen erlebt, die schnell expandierten – und die es heute nicht mehr gibt“, sagt Aykut.

Natürlich erfüllt der sympathische 56-Jährige alle Klischees eines „Harley-Schraubers“: Oberarme, die von viel Hanteltraining erzählen könnten, flächige Tattoos, zweigeteilter Kinnbart, der zu Zöpfchen geflochten ist und Hände, die Schraubstöcken gleichen. Doch wenn Aykut von seinen Motorrädern erzählt, kann er seine Leidenschaft nicht mehr zügeln. Seine Costum Bikes entstehen im Kopf, 70 Prozent aller Teile werden von ihm handgemacht, ohne Zeichnung, sagt er: „Der Kunde, der zu mir kommt, will meinen Stil haben. Da entsteht ein Vertrauensverhältnis und später in der Regel eine Freundschaft.“ Bis man ein Motorrad von „A.T. American Cycles“ besitzen darf, muss man geduldig sein, „wer heute bestellt, muss rund eineinhalb Jahre warten“, erklärt Aykut. So lange dauert es, bis etwa aus einem 1979er-Harley-Davidson-Rahmen, der als Basis für eine Neuproduktion dient, zusammen mit einem neuen Super-Stock-Motor ein A.T. Cycle wird.

Die Bikes bestechen natürlich durch ihre schiere Kraft, wie etwa seine „Stage III“, die er 2015 in rund 5000 Stunden gebaut hat: zwei Zylinder mit 1850 Kubikzentimeter Hubraum, mit Kompressorladung, 220 PS und ein Drehmoment von knapp 220 Newtonmeter. Den besonderen Charme erhalten sie aber durch viel auf Hochglanz polierten Edelstahl, etwa an der Hinterrad-Schwinge, die er aus einer zwei Quadratmeter großen Blechtafel formt und schweißt, aber auch durch filigrane Details bei Scheinwerfern und Rücklicht. Diese haben nicht nur die Form eines Tropfens, sondern laufen in einer geschwungenen Spitze aus. Entscheidend für Aykut ist immer, dass alle seine Motorräder eine Straßenzulassung haben: „Das Bike muss fahrbar sein, und man muss einen Stil haben, sonst kriegst du einen ,Wolpertinger‘ zusammen.“

In seinem Büro beweisen 19 Pokale mit Erst- und Bestpreisen aus vier Kontinenten die internationale Anerkennung des schwäbischen Tüftlers mit türkischen Wurzeln. Mit seiner „Stage III“ wurde er unter anderem zu einer Bike-Show nach Abu Dhabi eingeladen, besonders stolz ist er aber auf ein besonderes Privileg: 2018 feierte Harley Davidson das 115-jährige Firmenbestehen mit nur zwei Events, Ende August am Unternehmenssitz in Milwaukee und im Juli in Prag. Direkt aus der Harley-Davidson-Zentrale flatterte eine persönliche Einladung für Aykut in seinen Briefkasten, damit er in Prag seine „Stage III“ als eines von nur weltweit 41 ausgewählten Costum Bikes auf einem Podest bei der Geburtstagsfeier präsentieren konnte.

Ein Schwâb en dr rheinischen Bütt

Die erste Kostümsitzung der Karnevalsgesellschaft Schwarz-Gold Baudobriga in Boppard am Mittelrhein war am Samstag in der ausverkauften Stadthalle für den Schorsch zum vierten Mal ein wunderbares Erlebnis. Als erster Büttebredner konnte er als Schwäbischer Landbote den Oberen so richtig in scharfen Reimen die Leviten lesen -natürlich mit schwäbischem Zungenschlag. Der Lohn? Viel, viel Beifall und zwei güldene Karnevalsorden. Nächsten Samstag folgt wieder vor ausverkauftem Haus der zweite Auftritt. Helau!

Etwas andere Weihnachtsgrüße

Jetzt, kurz vor Weihnachten ist es natürlich Zeit inne zu halten, und sich darüber zu freuen, was mit dem ersten Schwäbischen  Lieder- und Geschichtenhaus erreicht wurde – ein Ort der Kultur, der Begegnung, des Austausches und der Freude. Jetzt ist aber auch der Zeitpunkt gekommen, über den schwäbischen Tellerrand hinaus zu schauen und nachzudenken, darüber was war und was kommt. Und dies hat Alexander Gerst, der Künzelsauer Weltraumfahrer und Prachtkerle aus dem Ländle, auf bemerkenswerte Weise in der ISS, hoch über unserem wunderbaren blauen Planet gemacht. Mehr als Alexander Gerst sagt, bleibt vor Weihnachten und zum Jahresende 2018 nicht zu sagen:

Euere Wünsche an das Cafe-Bricklebrit

Liabe Freind,

manchmal sind wir doch ein wenig ratlos. Gerade mit Kabarett-Künstlern auf der Bühne onderm Balka haben wir uns in der Vergangenheit doch oft ein wenig schwer getan, denn das Interesse der Publikums daran war eben gering. Da die bekannten Kabarettisten oft ene weite Anfahrt ins Cafe-Bricklebrit auf sich nehmen, ist es natürlich wichtig, genügend zahlende Zuschauer zu haben, damit sich deren Aufwand auch finanziell ein wenig lohnt.

Wir wollen jetzt einfach mal wissen, wie Ihr unser Programm einschätzt und haben eine kleine Umfrage vorbereitet.

Programmwünsche für das Cafe-Bricklebrit
  • Fuge deine Antwort hinzu

Vielen Dank dafür, dass Du uns mit Deiner Abstimmung bei der Weiterentwicklung des Schwäbischen Lieder- und Geschichtenhaus unterstützt.

Gitarrenkurs im Cafe-Bricklebrit

Das Cafe-Bricklebrit veranstaltet einen Gitarrenkurs für Einsteiger mit Tobias Seyb. Der Kurs steht jedermann offen (Mindestalter ab zwölf Jahre) und und ist sowohl zum Einstieg als auch zum Auffrischen eingerosteter Kenntnisse geeignet. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich.

Zum Inhalt des Kurses:

  • Stimmen der Gitarre
  • Einfache Griffe
  • Zupfen und Schlagen
  • Songbegleitung
  • Grundlagen für das Melodiespiel nach Noten

Der Gitarrenkurs umfasst 8 Einheiten à 45 Minuten. Die Kursgebühr beträgt 75.-


Der Kurs findet donnerstags um 20.15 Uhr im Cafe-Bricklebrit statt. Beginn ist am 15. November. Die weiteren Abende finden wöchentlich mit Ausnahme der Schulferien statt. Die Teilnehmerzahl ist auf zehn beschränkt. Unterlagen (Liedblätter etc.) werden gestellt. Mitzubringen sind Schreibzeug und eine spielbereite Gitarre. Tobias Seyv berät gerne bei Bedarf kostenlos beim Kauf von Instrumenten und Zubehör. Bitte setzt Euch rechtzeitig vor Beginn mit ihm in Verbindung.


Weitere Informationen direkt bei Tobias Seyb, Telefon  (07143) 93915, E-Mail: alpha@maj7.de  oder im Cafe-Bricklebrit.

Einer unser Lieblingspartner

Zu den Eckpfeilern im Cafe-Bricklebrit gehört es, was wir mit tollen regionalen Partner zusammenarbeiten. Dazu gehört auch die Gemmrigheimer Metzgerei & Caterer der Brüder Michael und Thomas Schweiker, die das Unternehmen in dritter Generation führen. In der BZ vom Samstag, 5. Mai, wurde über deren Anspruch an ihre Arbeit ausführlich berichtet:

Schwerpunkt Handwerk in der BZ vom 5. Mai 2018

Der Amtsschimmel wiehert…

Das war wohl der bekannte Satz mit X.

Wir wollten unser Cafe-Bricklebrit endlich barrierefrei machen und haben eigens drei gebrauchten Treppenlifte gekauft und sind mit einem Transporter nach Boppard am Rhein gefahren, um diese Treppenlifte abzuholen. Glücklicherweise (!?) haben wir vor dem Einbau kurz nachgefragt, und vom Landratsamt eine wenig erfreuliche Nachricht erhalten: Als Kleinkunstbühne mit öffentlichem Publikumsverkehr müssen wir zwei Fluchtwege vorhalten. Soweit so gut, allerdings würde durch den Einbau der Fluchtweg auf unsere Hauptzugangstreppe zu eng werden, und der Einbau unsere barrierefreien Idee wurde nicht erlaubt. Der Amtsschimmel wiehert eben…

Jetzt haben also drei Treppenlifte (Länge: 163 cm, Länge 330 cm, Länge: 700 cm; über zwei Etagen sogar), die wir nun verkaufen. Der Verkaufserlös fließt dann eben in unser Kulturprojekt.

Wer Interesse hat, oder jemand kennt, der jemand kennt, der einen oder alle unserer Treppenlifte gerne kaufen will, der findet die Verkaufsangebote auf EBAY-Kleinanzeigen (einfach auf das entsprechende Foto klicken/Link):

Unerwarteter Google-Liebling

Dass Facebook gelegentlich eine unerwartete Eigendynamik hat, ist ja durchaus bekannt. Und das Facebook und Google irgendwie eng vernetzt sind hat man ja geahnt. Jetzt hat es unser Titelfoto unserer Facebook-Seite “erwirscht”, denn die elektronischen Mitarbeiter von “Herrn Google” haben uns davon informiert, dass wir ein Bild im Netz haben, dass bei den Usern extrem gut ankommt. Wie auch immer, uns vom Schwäbischen Lieder- und Geschichtenhaus freut’s.

Hier die Google-Meldung: