Dr Schorsch vrzählt vom 13. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mir Schwâbe send halt Käpsela. Dr Schorsch duat des jeda Samschtich an dera Stella beweisa. Seit am Freitag isch’s jetzt abr eideutig bewiesa, weil dia Kerle vom Ligo-Observatorium en Amerika henn feschtgschtellt, was onser Albertle aus Ulm schon vor 100 Jâhr berechnet hât. S’Albertle Einstein isch nämlich drvo ausganga, älle Körper schicket Gravitationswella aus, grad so, wia wenn mr an Schtoi en a Teichle schmeist. Seit 50 Jâhr probiert se jetzt, dia Ânâhm vom Albertle au em Universum nâchzomweise, ond jetzt henn se mit ma riesiga Fernrohr beobachtet wia zwoi ohglaublich große „Schwarze Löcher“ vrschmolza send ond drbei dia Gravitationswelle entstanda send. Ohsennig kompliziert isch des, a Mensch mit ra gsonda Halbbildong vrschtâht des oifach net. Abr es isch scho a prima Sach’, wenn mr sich als Schwâb mit so ma Hauptkerle, wia des onser Albertle isch, schmücka kâ. Vermutlich dät des dem Weltbürgr Einstein gar net gfalla, abr der isch jâ vor 61 Jâhr gschtorba – ond kâ sich nemme wehra. Also protzet mir drmit weitr.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 6. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Gelegentlich sott mr a Busfahrt ondernehma. Noi, net a Ausflugsreis’ zu irgend oim touristischa Ziel, sondern mit ma Liniabus. Des isch durchaus onderhaltsam ond brengt neuartige Eiblick’ ens menschliche Zusammaleba. Idealerweis’ wählt mr a Fahrt en de Âbendschtond, wenn’s draußa scho recht donkl isch, nâ sorget dia schnelle Fahrta durch d’Kurve, des abrupte Bremsa ond des immense Beschleunige für überraschende Erlebnis’. Bsonders abwechslongsreich isch’s, wenn mehr vrkampft an so ma Feschthalt-Schtängle wenig elegant probiert, des Gleichgwicht zom halta ond dene Bewegonga des Landschtraßa-Dampfer entgega zom wirka. Allerdings schaffet des bloss en lange Jâhr’ geschtählte Monats- oder Jahreskarta-Fahrer. Dr Gelegenheits-Busreisende isch heillos übrfordert. Hât mr nâ endlich an Sitzplatz neba ma mürrisch vor sich nâdösenda Nebasitzr ergattert, erkennt mr sofort dia ÖPNV-Profis: Entwedr schwer vrtieft en an dicka Schmöker, alternativ durch di Weita des Internet surfend odr mit oglaublichr Gschwindigkeit wichtige E-Mail odr Kurznâchrichta verfassend. Abgschottet vom Hier ond Jetzt mit Ohrschtöpsl odr farbafrohe Kopfhörer genießt der Vielfahrer sei Lieblingsmusik, ond des laut – mr will jâ sein Nebasitzr an seim Musikgschmack au teilhabe lasse.

Au dia Fahrzeit kriegt ganz neue Einheiten. Nâch Fahrplâ’ dauert di Busfahrt vom Kronazentrum en Bietigheim bis nach Erligheim exakt elf Minuta. Mr könnt’ abr au saga, sie dauert 31 Gähnâfäll’ vom Mitfahrer schräg links von mir in der dritta Reiha odr sieba wohltönende SMS-Nâchrichta aus’m hendera Busbereich odr zwoi Duftwolka dr Gschmacksrichtong „Zwiebl-Rettichsalat“, dia oim von henda am Gnick vorbei streichet. Andre Körprausdünschtonga send zwar dâ, lasset sich abr zeitlich net eiordna.

Ich wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Ein Schwâb in dr rheinischen Bütt’

Im Rahmen eines “Akts der Völkerverständigung” war ein Teil des O.K.-Duos – dr Kunz – erstmals im rheinischen Karneval aktiv. Als schwäbischer Landbote protokollierte er bei zwei Sitzungen der Baudobriga Schwarz-Gold in der Bopparder Festhalle das lokale und politische Jahr 2015.

Für alle, die es nachlesen wollen, hier nun der Vortrag:

Vielleicht wird meine Sprâch’ für Euch a bissle schwer,
weil ich komm’ vom Neckar zu Euch her.
Ich fühl’ mich geschmeichelt und geehrt
und hoffe, dass sich am Schluss niemand beschwert.
Als schwäbischer Landbot’ schenk’ ich Euch ogeniert ein:
die närrische Wâhrheit ond den reinen Wein’.
Als Schwâb und Novice im rheinischen Karneval,
weiß ich aber ois ganz genau,
man sagt nicht Narri-Narro oder Tschä Hoi – sondern HELAU.

Die Kölner Bürgermeisterin gab vor einige Tag’ den guate Rât,
bloss ich stell’ mir die Frâg, wie des wohl gâht:
Denn Frauen sollen jetzt eine Armlänge Abstand halte, des isch krass,
des Küssa fällt de Elferrät’ dann schwer, des macht koin Spass.
Ob Fasching, Fasnet oder Karneval
närrisch sind wir älle, also isch’s scheißegal,
weil überall machet die Obere omegliche Sacha
und dâdrübr wöllet mir heut genüsslich lacha. HELAU.

Fährt mr runter vom Hundsrück, oben auf der Höh’
nâ sieht mr unten Boppard, ach wie schee:
Die Altstadt und die Promenad’ am Rhein,
prächtig rausgeputzt, historisch, richtig fein.
Die unzählige Kurve, die sind schon a Qual,
bremsa, lenka uffpassa – gefühlt hundert Mâl.
Doch isch mr unten und des isch kein Witz,
dâ kommet dia Schlaglöcher, des haut de aus de Sitz’. HELAU.

Der Neckar, des isch onser schwäbischer Fluss
doch, ganz ehrlich, ich komm’ zu dem Schluss:
Euer Rhein, des scho a ganz andere Nummer
bloss guckt mr zurück, nâ macht der au richtig Kummer.
Am Ufer lieget schöne Schiffla am Tau,
und des wird manchmal zur richtigen Schau,
doch passet an der Promenad’ gut uff,
gelegentlich kommt nämlich einer im Suff,
der isch nâ recht forsch und schnell
so fehlt plötzlich der Steg, an dera Stell’. HELAU.

Jetzt werd’ ich ganz ehrfürchtig ond gang uff d’Knie,
die Stadt Boppard isch heilig, wie nie.
Franziskus heißt der Chef em Vatikan,
ond hier am Rhein, isch dr Ort, wo Vieles begann,
der Papst hât im Goethe-Institut fleißig studiert,
und sicherlich auch kräftig die Tropfa vom Hamm probiert.
Der heilige Mann hât gsagt er sei ganz vernarrd:
„Den besten Wein, den gibt es in Boppard.“
Die hiesige Stadtväter waret ganz beglückt,
henn viel überlegt und dann recht geschickt,
ond dabei gar net lang zaudert,
den „Papst-Franzikus-Weg“ aus dem Hut gezaubert.
A Prachtstrâß’, des wär für den bescheidena Mann net schee,
a Fußwegle, des passt – und schont des städtische Budget. HELAU.

So richtig aus de Fugen isch jetzt der Weltenlauf,
so viel, wie noch nie, send uff der Flucht und kommet zu Hauf,
Eltern ond Kinder henn Angst om ihr Leben,
ond deshalb isch ihr Bestreben
nach gfährliche Reise, Ruhe zom finden
ond bei uns in Sicherheit, freundlich uffgnommen nieder zu sinken.
Die Willkommenskultur isch bei uns unbeschreiblich,
a paar Deppa gibt’s überall, des isch unvermeidlich.
Wenn mir des net schaffet, wer soll’s nâ richten
des Helfen gehört einfach zu unseren christlichen Pflichten.
Bloß Europa zeigt sich von seiner hässlichen Seit’
den die Wenigsten send zur humanitären Hilf’ bereit.
Manche Länder strotzet vor Gier
schreiat schnell ond laut bloß „Hier“
wenn’s aber oms Geld ond Zuschüss geht,
– ach, wie isch des denn blöd. HELAU

Im Facebook auf „Besser Boppard“, da geht’s oft recht rond
es geht um kaputte Zäun’ ond Haufa von de Hond.
Auch der würzige Pommes-Gestank
sorgt im Städtle für vielerlei Zank.
Ein Thema aber, des treibt alle um
da wird’s en Boppard oruhig – niemand bleibt stumm:
Man bohrt verzweifelt nach Wasser, dem mit ma Mineral,
des wär für a Freibad in Bad Boppard ideal.
Seit Jahren kann man hier sich nicht mehr im Sommer laben,
weil es fehlt ein Plätzchen zum erfrischenden Baden,
Auch im letzten Sommer war es für Kinder und Eltern richtig fad
und dies bei mehr als 40 Grad. HELAU

Was ist bloß aus unserem Fußball-Sommer-Märchen worde,
weil Blatter, Beckenbauer und andere Konsorte,
mit große, schwarze Kasse
des fröhliche Fußballfest henn kaufen lasse.
Jetzt können dia andere endlich genüsslich die Hände reiben,
und vorwurfsvoll mit den Finger auf uns zeigen.
Nix Genaues weiß man nicht,
es ist aber doch eine komische Geschicht’,
weil onser Kaiser Franz darüber schweigt
und alles, wie er treuherzig bekennt, blanko unterschreibt. HELAU

Denk ich an Amerika, ich sag’s mit Bedacht
dann bin ich um den Schlaf gebracht.
Porsche, Audi und VW,
Mercedes, Opel und BMW:
Die besten Autobauer gibt’s in unserem Land
und das ist für die Amis wohl eine Schand’.
Mit der NSA haben sie spitzfindig kontrolliert
und endlich den Skandal aufgespürt:
Der Rauch der VW-Mötorla,
des tut sie dort drüben doch arg stören.
Dabei ist es ohne Bedeutung und es wird gern gelitten:
die Dreckschleudern in den riesigen Ami-Schlitten. HELAU

„Kein bisschen Frieden“ beim Grand Prix,
null Punkte, des gab’s für uns noch nie.
Für unser Mädle Ann Sophie war des ein rechter Schlauch
„Black Schmoke“ brachte bloß einen schwarzen Rauch.
Ehrlich muss man sein, sie war ja nur die zweite Wahl,
der Vorentscheid-Sieger Kümmert drückte sich vor des ESC-Qual.
Zum großen Glück hat Schweden gewonnen,
und damit sind viele ihrem Unglück entronnen,
denn die Russin Polina Gagarina lag bloß auf Platz zwei,
ond ein Grand Prix in Moskau ging an den Fans vorbei.
Weil in Russland krieget Schwule und Lesben viel Ärger,
bei einem Grand Prix käm’ der Großteil vom Publikum direkt in den Kerker. HELAU

Liebe Leut’, isch das denn nicht verrückt,
wir werden jetzt vegetarisch zwangsbeglückt.
Sie pflichten uns zum Vegi-Day
mit Gemüse, Obst und Tofu-Allerlei.
Dabei steht denen Fleischverweiger ihr Übel
bereits im Alten Testament in der Bibel.
Die Eva hat den Adam ja mit einem Apfel verführt,
das hat zu unserem Elend gführt.
Mit einem Dibbekucha mit viel Speck, des isch gewiss,
hätt’ uns der Gabriel net nausgschmissa aus dem Paradies. HELAU

Politisch korrekt, das wird auch gefordert,
sonst wird man als Redner zum Pranger beordert.
Ein sprachlicher Wahnsinn, ich muss es beklagen,
„Gendergerecht“, da dreht sich der Magen.
Ich sag’s Euch: Die Brust, die bleibt weiblich,
Einst Schneemann, jetzt Schneefrau, das ist doch nur peinlich.
Eines ist klar, die Natur hat’s gegebe
es gibt eben Buben und Mädle.
Die Tendenz der Emanzen, die wird schnell erkenntlich,
denn bloß „der Idiot“, der bleibt nämlich männlich. HELAU

Die Vorschriften, die ganget aber noch weiter,
das Ganze ist nicht wirklich heiter.
Es ist jetzt es ein unabdingbares Muss,
man sagt nämlich nicht mehr Mohrenkuss.
Auch das Jägerschnitzel ist nun verpönnt,
weil dies scheint’s Minderheiten verhöhnt.
Schwäbische Wirtsleute mit ihrem hellen Köpfchen
servieren aber weiterhin ein Schwabentöpfchen. HELAU

Jetzt komme ich zum End’
doch eines sag’ ich noch gschwend,
der Auftritt hier war eine tolle Sache
ich überlege ob ich’s wieder mache.
Doch endlich gebe ich nun Ruh’
Ihr klatschet mir begeistert zu,
dann kann ich zufrieden niedersinken
und zwei bis dreizehn Weinle trinken.
Was mir zum Schluss nun noch bleibt:
Ich wünsch’ Euch eine gute Zeit,
will Euch einen Herzenswunsch noch geben,
macht’s gut, mit dem Herrgott seinem Segen. HELAU

Dr Schorsch vrzählt vom 30. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

So, schpätestens en dr nächschta Woch’ wird’s ernscht mit Fasnet. Da stâht dr schmotziga Donnerstich em Kalendr, na kommt’s Fasnetswochenend’ ond Rosamondich ond Faschingsdienstich. Bloss net bei ons. Anderswo lasset’se am schmotziga Donnerstich so richtig d’Sau raus, bei ons langt’s net amol zom ma Kappaâbend.

S’Oinzige was bei ons schmotzig – des hât nex mit Dreck zom doa, sondern bedeutet fettig – isch, des send dia em hoiße Fett rausbachene Fasnetsküchle. Mir send halt schon arg evangelisch, ond des obwohl mr jâ woiß, dr Luther isch eigentlich a sinnenfrohr Kerle gwä. En de pietistisch prägta Dörfer hât mr halt frühr liebr in der Bibelstond em Buch dr Büchr gelesa ond schtudiert, was mr net därf ond drabei en dr Vorfreud’ uff’s Paradies übrlegt, was dem irdische Leba dia Sinnenfreud’ vrderba duat. Fasnetsmäßig wär’s halt luschtigr, mr wär meh’ katholisch. Abr halt, nâ müsst mr jâ seine Vrfehlonga beichta ond drfür bosga.

Nemma mr’s eba wia’s isch ond ganget am Rosamondich in der übernächste Woch’ zur Blutspend’ beim DRK en Bönnigheim. Des isch nâ fascht wia Fasnet: Mr trifft nette Leut’, wird prima vrköschtigt ond fühlt sich am End’ a bissle erleichtert.

I wünsch’ Euch a guate, närrische Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 23. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es isch zom vrrückt werda. Au uff di Gfahr, weil jetzt a journalistisch’s Denkmal von seim Sockl gholt wird, muss dr Schorsch sein Zorn loswerda: Dr Kienzle isch gschichtlich zemlich lässig. Wia der no en seelige Zeita zamma mit em Hauser als Duo em Fernseha a politische Sendung gmacht hât, dâ hat’n dr Schorsch fascht scho veehrt. Was dr frühere Journalischt abr jetzt als schwäbischr Schpaßonkel uff dr Bühne vtzapft – dâ haut’s oim oifach dr Seier naus. Da fasselt der doch en dr Kelter en Besigheim von dr „schwäbisch-badisch Zwangsehe“. Mr kâ doch von oim wia ehm dia oifachschte grondlegende Sache erwarte, ond dass’r oin von den bedeutendsche Hischtoriker ond Mundartautoren em Ländle kennt: dr Dr. Gerhard Raff. In seim Buch „Raff’s Raritäten“ aus dem Jâhr 1998 hât des Käpsele gschrieba: „Für älle Begriffsstutzige wie Altbadener, Stuegerter Oberbürgermoister ond Rundfunk-Moderatoren aus gegebenen Anlass nomol deutlich zom Mitschreibe: Schwaben (= Alemannien) umfasst die Länder Baden ond Württemberg südlich der Demarkationslinie Hornisgrinde-Hesselberg, ferner Hohenzollern, das Elsass, die schwyzerdütschsprachige Schweiz, Liechtenstein, Vorarlberg sowie die seit Napoleon völkerrechtswidrig unter bayrischer Verwaltung stehenden Schwäbischen Ostgebiete zwischen Iller und Lech.“ So isch also: Mir onderscheidet also bloß zwischa’m Königreich Württemberg ond dem Großherzogtum Baden ond net zwischa Schwâba ond Badener. Ond wer sich net alloi uff dr Hischtoriker Raff vrlasse will, der kâ des au em Internet-Lexikon „Wikipedia“ mit dem Schtichwort „Schwaben“ nâchlesa. Dâ schtoht nâ au no drenn: „War Baden bis 1803 noch Teil des Schwäbischen Kreises, verstand sich Baden seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr als Teil Schwabens. Hingegen wurden die benachbarten Württemberger mit Schwaben gleichgesetzt.“ Ond dia ohsenniga Argumentatio von onsere badische Schwestern ond Brüdr sott mir sich als Württemberger – schließlich isch dr Kienzle en Neckargröningen gebora ond lebt heut’ en Remseck – net zo eiga macha.

Jetzt bleibt mr bloss no ois für älle, wo gern Schwäbisch schwätzet. Am Donnerstich findet dr erschte Mundort-Stammtisch en dem Jâhr em „Grüna Bom“ in Erliga statt. Des wird beschtimmt wieder recht onderhaltsam, ons beschte dra – s’koschtet nex.

A guate Woch’ on em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 16. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Meine Güte, dia Zeit dr Friedfertigkeit isch vorbei. Anders isch es net zom erklära, worom grad jetzt emmer meh’ den „kloine Waffaschei’“ beâtraget. Anscheinend rüschtet d’Leut’ uff, weil anders isch des net zom erklära, wia’s alloi em Januar 50 Âträg für den Schei en Schtuttgart gibt. Em ganza vrgangena Jâhr 2015 hât’s en dr Landeshauptschtadt grad amol 221 Âträg drfür geba. Natürlich därf mr mit dem „kloina Waffaschei“ koine scharfe Pischtola odr Gwehr hann, dui Bescheinigong erlaubt bloß des vrdeckte Mitführa von Schreckschuss-, Reizschtoff- und Signalwaffa en dr Öffentlichkeit. Mr kâ eigentlich jetzt fascht scho druff warta, bis dr erschte, wo nach em Weg frâgt ond ogschicktr Weis’ net grad aussieht wia von dâ, Träna vrheult’, mit mr platzta Trommelfell odr vrblitzte Auga vom oine von dene „Kloine-Waffaschei-Djangos“ niedrgstreckt wird. Drbei zeiget dia Erfahronga von dr Polizei: oft däte grad solche Selbschtvrteidungswaffa gega dehn eingsetzt werda, wo sich schütza hât wölle, ond außerdem dät dâdrmit des Ganze oft no eskaliera. Beim ma Konflikt sei’s Beschte, mr dät laut om Hilfe brülla, sagt d’Polzei.

Aus dem Ratschlag von dr Polizei ergibt sich ganz klar, mir Schwâbe send dâmit ganz eindeutig em Vorteil. Weil kaum jemand anders kâ so ovrschämt ond laut flucha wia mir Schwâbe. Ond wer des no net kâ, dr sott an Fluach-Kurs bei dr Volkshochschul bsucha, odr Selbschtvrteidung trainiera odr halt an Teppichbatschr odr an Farraschwanz mit sich führa.

I wünsch’ Euch a friedfertige Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 9. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt wird’s ernscht. Jetzt fangt di Faschingszeit â. Zuagebba, mit dem organisierta Narreta hât dr Schorsch en de vrgangene fenf Jâhrzehnt’ nex am Huat ghet. Doch jetzt muas’r au dia Narrakapp’ uffziaga. Was isch passiert? Enga familäre Bendonga gibt’s entzwischa ens Rheinland, also dort nâ, wo mr net „Narri Narro“, „Ho Narro“ odr „Tschä-Hoi“ schreit, sondern „Hellau“, ond wo mr net di Fasnet odr dr Fasching feiert, sondern dr Karneval. Also ebbes ganz anders wia des Schwäbisch-alemannische, abr doch irgendwie wiedr gleich, weil dâ wia dort vrkleidet sich dia Leut’ ond machet omegliche Sache, dia se sich s’ganz Jâhr übr sonscht net traua dätet. Also isch dr Schorsch em letzschta Jâhr s’erschtmâl uff ra Pronksitzung am Rhein gwä – ond er muas zugebba, grad schee war’s. Vielleicht war’r au a bissle beseelt von dene Steillage-Riesling, wo’s dort gibt, uff jeden Fall hât’r gsagt: „Ha, dâ dät i au mâl mitmacha.“ Dr Rheinländr an sich vrstâht bei seim Karneval koin Schpaß ond so hât’r dr Schorsch glei beim Wort gnomma.

Jetzt muas dr schwäbische Faschings-Vrweigerer dichta, was des Zeug hält, weil mr hât dr Schorsch glei zwoimal bei de Pronksitzunga als Büttenredner eiplânt. A Vrschprecha isch a Ehrasach’ ond blamiera will mr sich jâ au net. Uff jeden Fall wird dr Schorsch sein Schpaß han, wenn’r en dr rheinischen Karnevalsbütt’ schwäbisch schwätzt. Ob dia Zuhörer ihr Freud’ henn, des woiß mr no net, abr uff jeden Fall isch des Ganze a ganz große Völkrverschtändigong.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 2. Januar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Wia schnell isch desmâl dia Zeit „zwische de Jâhr“ romganga: Dia Weihnachtstag in dr Kirch’ ond mit dr – Gott sei Dank – emmer größer werdenda Familie, nâ no gschwend a bissle gschafft ond nâ isch au scho Silveschtr ond Neujâhr gwä. Mr hât schier koi Zeit ghet für dia ganze guate Vorsätz für 2016. Zom Glück hât sich dr Schorsch – quasi aus berufliche Gründ’ – drmit ausanandr setza müssa, ond dâ hât ihn a Uffsatz von dr Roswitha Müller-Schenkenbrink, dr Chefredakteurin von „Psychologie aktuell“, âgschpronga. Dia Frau isch enzwischa 73 Jâhr’ alt ond muss koi Blatt meh’ vor d’Gosch nemma, wenn’s om „Genderwahnsinn“ – des hoißt om dia irrsennig’ sprâchlich’ Gleichmachrei – ond om „politisch korrekte“ Formulieronga. „Wo Dinge nicht mehr benannt werden können, wo kann dann die Einsicht einsetzen“, frâgt des gscheite Weib.

So send die guate Vorsätz’ für 2016 em Schorsch praktisch scho ens Stammbuach neigschrieba worda. Dia „Gartenbank“ bleibt also weiterhin weiblich ond wird künftig net zo dem „Gartenbänker“ ond au der „Gartenzaun“ därf männlich bleiba ond koi „Gartenzäunin“. Dia Enklkendr kriagat au 2016 an süßa „Negrkuss“ odr sogar an „Mohrakopf“. So wird weiterhin a „Zigeunerschnitzl“ gveschpert, denn wo kommet mr denn nâ, wenn mr a „ethnisches Gruppen-Schnitzl á la Sinti und Roma“ en dr Wirtschaft bschtella dät. Ond was passiert nâ eigentlich mit ma „Jägerschnitzel“ odr gar mit ma „Kinderschnitzel“ odr mit ma „Seniorenteller“.

Weil dr Schorsch z’oft mit seiner Arth-Rose uff em Schäslo liaga muas, dean ehm d’Knia graußig weh ond er kâ net recht laufa: Des hoißt oifa „hinka“ ond net „gehandicapt“.

Oin Vorsatz wird dr Schorsch uff jeda Fall durchhalta: Er wird no meh’ für onser schwäbische Mundart doa, weitr am Samschtich vrzähle, dia oi odr ander „Hoimatstond“ ond sei schwäbisch’s Märchenfescht mit seine Zuhörer feira. Drmit onser meh’ wia 2000 Jâhr’ alter Dialekt au 2016 a Perspektiv’ hât, wird’s en dem Jâhr au wiedr die Mundart-Stammtisch geba, zu dene älle eiglade send.

I wünsch’ Euch a guat’s 2016 ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vpm 19. Dezember 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es muas sei: I ben koi enthusiastischr Fan von „Schtar Wars“. Grad amol dia „Episode I“ han i vor etliche Jâhr âglotzt ond erscht en dr letzschte Wocha zwoi andre von dene ensgsamt sechs. Nadürlich kenn au i dr röchelnde Darth Vader ond andre Figura, am liabschta han i den quickenda ond blinkenda Blechoimr R2-D2. Des war’s abr au scho. Bloß jetzt hât mr mi em redaktionella Omfeld doch au a bissle wuschig gmacht, weil’s doch des siebta Filmle gibt. A ganz nettr Kolleg isch sogar am Mittwoch so kurz vor Mittrnacht ens Central-Kino nâch Ludwigsburg pilgert, om pünktlich om 0:01 Uhr am Donnerschtag des „Uffwache von dr Macht“ zom âgucka. A Fan muas macha, was a Fan macha muas. Bloß, ob Journalischta macha müssa, was dr Disney-Konzern – dr wo des ganze Schpektakl vrmarktet – will, dâ kâ mr a ganz eideutige Antwort geba: natürlich net. Am Montag en dera Woch’ hen se mit ma riesiga Brimborium en Los Angeles mit ma Haufa ganz wichtige Leut’ dia Premiere zeigt. Ond, was hât mr drübr erfahre? Nex. Am Dienschtag hen se bei ons dia Journalischta zur Premiere eiglada. Ond, was hât mr drübr erfahre? Wiedr nex. Außer der Nâchricht en de soziale Media, mr dürft’ erscht am Donnerstich nach neun Uhr ebbes drüber schreiba.

Ja liabe Leut’, wo kommet mr den dâ nâ? Was send denn des für Journalischtakollege, wo bei dr Premier’ waret ond sich von dem Disney-Haufa vorschreiba lasset, wann ond was se schreiba dürfa? Des „Uffwache von dr Macht“ stâht also em krassa Gegasatz zur sprichwörtlicha „Macht dr Feder“, mr kennt fascht sage für di „Ohmacht dr Feder“.

Abr wia gsagt, eigentlich isch mir „Star Wars“ fremd – ond egal. Wenn scho fantastische Gschichta, nâ halt i’s mit de Märchen von de Gebrüdr Grimm, zumal’s oinige von dene jetzt sogar en schwäbischr Mundart gibt. Ach, des hätt’ i jetzt fascht vrgesse. Uff dr „Schorsch“ vom letzschta Samstich – dâ isch’s jâ om Weihnachtsliedr ganga – han i vom Gerhard a ganz liabe E-Mail kriagt: „…damit amol widder Glegaheit isch, Weihnachsliadr zom höra ond mitandander zom senga, kommt am Mittwoch, 23. Dezembr, dr Benedikt Obert met seim Chor ,sing4fun’ aus Güglinga extra zo ons nâch Erligheim end Johanneskirch. Des wird sichr a guate Sach.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond vor ällem a gsegnete Weihnacht

Dr Schorsch vrzählt vom 12. Dezember 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Advent isch dia Zeid dr Besinnung, wo mr sich uff’s kommende Weinachta freut ond mr eigentlich âbends am Adventskranz Weihnachtsliedr sengt. „Stimmet ab mit tausend Zungen, wie die Alten so die Jungen, Lob- und Preis- und Freudenlieder, unserem Heiland Jesus Christ“, so hoißt dr dritte Vers von dem Christ-Metten-Lied aus em 15. Jâhrhondert. Oschtrittig isch – odr vielleicht gilt des au scho nemme – dia chrischtlich Traditio, als des Fundamend für onser gsellschaftlichs Zammaleba. Tag an Ostra, Pfengsta ond Weihnachta, wo mr net schaffa muas, dia basierat eba uff dera Traditio. Ond des Senga von Weihnachtsliedr hât bislang drzua ghört. In dr Familie, em Kendergarta ond (wenigschtens) en dr Grondschul hend se en guatr âbendländischr Traditio Schtrohschtern baschtelt, zsamma Guatsle bacha, Gschichtle verzählt – ond eba Weihnachtsliedr gsonga. Weil des in de Familia meischt nemme so pflegt wird, hend mir zom Glück jâ onsere Kaufhäusr, dia jetzt die Uffgab übrnehmat, Bewahrer ond Vermittler von de Weihnachtsliedr zom sei, in dem se ons beim vorfeschtlicha Einkaufswahn mit „Jingle Bells“ oder „Rudolph, the red-nosed reindeer“ berauschat. So kennat mir beruhigt „O du fröhlich, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit. Himmlische Heere jauchzend Dir Ehre, freue Dich, o Christenheit“ übr Bord schmeißa. Idealerweis’ übrlasset mir en Zukonft de Engel des Senga von weihnachtliche Weisa, denn „Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will. Die Englein tun schön jubilieren, bei dem Kripplein musizieren. Still, still, still, weil’s Kindlein schlafen will“, hoißt’s jâ in dem bekannta Weihnachtslied.

I wünsch Euch a guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Café & Vesperstube mit 2 Kleinkunstbühnen, Mitmach-Freitage, liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern & Gruppenhocks.