Dr Schorsch vrzählt vom 16. April 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dia Welt isch aus de Fuga. Zu dem Schluss kommt mr, wenn mr drübr nâchdenkt, was mr en dera Woch’ glesa ond ghört hât. Übr dia Entscheidung von dera Staatsanwaltschaft, des Vrfahra gega den grenna Bondestagsabgeordnete wega dem Besitz „von 0,6 Gramm von ra vrdächtiga Subschtanz“ (vermutlich Chrischtl-Meth) einzuschtella, kâ bloss no dr Kopf schüttla. 7000 Eurola muas der Bundestschunky zahla, uff Grond von ra „geringa Schuld“, wias hoißt. Des Ganza hât natürlich ebbes Guats: Dr Schorsch wird jetzt en seim Garta Banana âpflanza, weil nâch dera Entscheidong müsstet dia jetzt ganz prima en onsrer Republik gedeiha.

Übr den Senn ond Ohsenn von dem komische Gedichtle von dem Fernsehheini, dadrübr isch gnuag gschrieba ond gsagt worda. Wenn mr abr künftig nemme sei Gosch uffmache därf, nâ wird’s Zeit für dr Schorsch, dia Âzahl von seine Bananaschtaude em Garte zom Vrdoppla. Wobei dr Schrosch natürlich uff dr sicherer Seit’ bei der freia Moinongsäußrong stâht: Erschtens isch’m der türkische Gluffamichl zemlich egal, ond zwoitens kâ der jâ dia schwäbisch’ Kolumne gar net lese.

Em Übriga hilft vielleicht dia ganz Uffregung drbei, dass mr net jeden Hennadreck en dene sozial Media vrzapfa muas. Zumal jetzt scho a Birkabom, wo rond 70 Kilometr von Berlin weg en dr Pampa schtoht, selbschtschtändig seine Befendlichkeita per Twitter poschtet. Dr Schorsch kâ sich no donkl dra erinna, wia onsere Förschtr durch dr Wald gschpronga send, dia Bäumla aglotzt hend ond nâ gwisst henn, wia’s denne gâht.

A guate Nâchricht hât dr Schorsch en dera Woch’ au no entdeckt. Bei onsre amerikânische Freind gibt’s jetzt a Krankakass’, dia an Bonus zahlt, wenn mr lang gnuag schlâft. Omgrechnet bis zua 500 Euola kriagt mr, wenn mr ausgschlâfa ens Gschäft kommt. A erholsams Büroschläfle wird allerdengs net vergüatet.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 9. April 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Juchtkäfr hât’s vorgmacht, dia goldige Eidechsla machet’s nâch: Dr Bau von dera Schnellbâhstrecka zwischa Schtuagert ond Ulm wird längr daura, weil dia posierliche Kerlesle grad dort wohnat, wo se jetzt an Tunnl baua wöllet. En ganz Europa, en Afrika, en Vorder- ond Henderasia, ond eba au en Henderpfuideufel gibt’s dia Eidechsla. Bloss net nâch Ausschtralia ond niebr nâch Amerika hend ses gschafft. Âfang März schlupfet erscht dia Jongviechla ond die Kerle aus dem Wendrquartier, a bissle schpäter nâ dia Mädle. Wenn’s nâ wärmr wird, so zwischen Ende April ond Juni, nâ fröhnet se dr Libido. Drei bis fenf Minute dauert des, ond des mehrmâls hendranander. Vom Früh- bis zom Spätsommr werdet dia Oir abglegt ond s’dauert so rond zwoi Monat bis dia Eidechsakendla schlüpfet, om sich kurz druff beim erschte Wendrschlâf ausgiebig zom erhola.

Dia Kerle hend oheimlich viel Fressfeind: Von Greifvögl, Raba, Stara, Fasana, Amsla, Marder, Füchs, Igel ond Schlingnattra werdet se gejagt, ond au viele streunende Hauskatze hend’s uff dia Eidechsla abgseha. Es gibt Gott sei Dank abr dr Mensch ond em Bsondera dia Bauer von Stuttgart 21. Weil dia nehmet pro Eidechs zwischen 2000 ond 4000 Euro end Hand, ond siedlat dia Viachle oinzeln ganz vorsichtige om, drmit mr den Tunnl für die Bâhngleis nâch Ulm graba kâ.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 2. April 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

So richtig onsr schwäbische Seel’ hât dr Autor Gunter Haug beim Mundart-Schtammtisch en Erligheim gschtreichelt. Ganz wondrbar hât’r von de „Schwäbische Sternstunde“, dia’r em ma 320 Seita dicka Buach vrfasst hât, vrzählt ond drbei au so dem oin odr andra Schwâbekenner mit ganz obekannte Gschichte übrrascht. Wer woiß den des scho, onsr Uffstieg zom âerkannte Muschterländle hât viel mit ma donderschlächtiga Vulkanausbruch fascht uff dr Tag genau vor 201 Jâhr am 5. April 1815 uff dera indonesischa Insel „Sumbawa“ âgfanga. 4100 Meter isch dr Vulkan „Tambora“ zerscht hoch gwä, dâ drnach hend 1250 Meter gfehlt ond dia send als riesige Aschawolk’ drvo gfloga bis zu ons. Ons hât’s bsonders herb vrwischt, schreibt dr Gunter Haug, weil dia blede Wolk’ hat sich überm Ländle schtändig om dia oigen Achs’ dreht ond Sonn’ vrdonkelt ond s’hat gschüttet wia aus Kübl. Mr sagt 1816 isch des Jâhr one Sommr gwä ond es so hât zu ra oglaublicha Hongersnot gführt. Grad dia jonge Leut’ en Württemberg send dâmols – heut’ dät mr saga als Wirtschaftsflüchtleng – drvor grennt, oft bis nâch Amerika.

Württemberg isch eh scho a arms Ländle gwä ond dr König Wilhelm hât’s dohnt ghet, drmit seine Landeskender net vrhongrat ond ehm net scharaweis’ drvolaufet. Nâ hât’r zerscht d’Eisabah von Norda nâch Süde baua lassa ond an gewissa Ferdinand von Steinbeis zum Württembergischa Regierongsrat gmacht. Der Kerle, der en Ölbronn gebora worda ond en Ilsfeld uffgwachse isch, hât nâch seinr Lehr’ em Hüttawerk Wasseralfingen en Tübingen Naturwissenschaften schtudiert ghet ond isch Leitr von dera Zentralschtell’ für Handel ond Gwerbe worda. Des Käpsele hât net bloss Gewerbschula gründet, dr Steinbeis hât jonge Talente gsucht ond gfördert. Dâronder dr Gottlieb Daimler ond dr Robert Bosch. Dia zwoi ond dr Wilhelm Maybach, dr Ferdinand von Zeppelin ond a bissle später dr Ferdinand Porsche hend drfür gsorgt, was aus onserem Ländle worda isch. Genau’s könnet’r em Buch „Schwäbische Sternstunden“ (ISBN 978-3943066371) nâchlesa.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 26. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Gag gag, gag gag, dr Has’ hât glegt. Am Sonndich wird des wiedr en viele Gärte zom höra sei. Schließlich legt bei ons dr Oschterhas’ dia Oschteroir, ond des schon mendeschtens seit em 17. Jahrhondrt. Weil mr frühr en dr Faschtazeit koine Oir hât essa dürfe, hend onsere Altvordere – so ogfähr im zwölfte Jahrhondert – beschtemmt, mir duat die Oir weiha ond legt fescht, mr därf se wiedr am Tag dr Ufferschtehung von onserm Heiland veschpra. Seither send d’Oir des Symbol für d’Ufferstehong.

Worom mr eigentlich dia Oschteroir vrsteckt, des isch net ganz klar. Vielleicht liegt’s dâdra, weil’s heidnisch gewä isch, oifach farbige Oir zum vrschenka ond weil mr frühr drfür sogar gschtrâft worda isch. Wenn mr se also vrscheckt hât, nâ hen dia Häscher eba net gwisst, wer’s gwä isch.

Dia orthodoxe Chrischta vrzählet ebbes ganz anders: So häb dr Heiland dr römische Kaiser drvo überzeuga wölla, er dät ebaso ufferschtande, wia er au ganz normale Oir rot färbe kennt. Mir wisset heut’, des hât den römische Kerle net überzeugt, abr mir dürfet deshalb am morgiga Sonntich di Ufferschtehong feiera.

Zom Schluss no an guata Rât: Merket Euch genau, wo’r dia Oschterneschtla vrstecket. Weil erschtens schmeckat Oir, dia a Jahr alt send, vrmutlich nemme bsonders, ond wer will zwoitens am Oschtrmorga schtatt „Gag gag, gag gag, dr Has’ hât glegt“ ond fröhliche Kendrgsichtr a Geplärre em Garta. Ond helfet Eure Kendla beim Suche mit „kalt, kalt“ ond „warm, warm, hois“, weil sonscht kennt’s sei, ihr müsset dene so a koschtspieligs Tablett mit dem Äpfl druff kaufa. Worom? Bei dene Amis gibt’s nämlich tatsächlich a App, wo beim Oschteroirsucha elektronisch od per GPS hilft. Des isch scho a zemlich krasse Idee.

I wünsch’ Euch a gute Zeit ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 19. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Heidenei, dâ send jetzt abr d’Uni en Hohenheim, dr württembergische Innongsvrband von de Bäckr, dr Landesvrband für Obschtbau, s’Ulmer Brotmuseum ond dia Omweltakademie em Ländle doch recht forsch: Am Mittwoch vor Gründonnerschtich (23. März) soll em Schtugartr Haus dr Wirtschaft des „gröschte Gsälzbrot dr Welt“ zeigt ond uffgessa werda. A löblich’s Ansinna. Sia wellet a Zeicha setze, drmit des bei onsre Altvordere über viele Generationa weitgebene Könna, wia mr a richtigs Gsälz kocht, au bei de jonge Leut’ erhalta bleibt. Bloss, dia Initiatora könnt’ mr als richtige Gsälzbära tituliera. Wia kâ mr so an Aktionstag uff dr Mittwoch vor Gründonnerschtich lega? A jed’s Kend woiß doch, dia Faschtazeit gâht vom Aschermittwoch bis zur Oschternacht. Es isch doch scho gnuag, wenn mir onsern Herrgott mit de Maultascha am Karfreitag bscheißat. Dâ hett mr doch mit dem „gröschte Gsälzbrot dr Welt“ au no bis nâch Oschtra warte könna. Ond mr muas wirklich net sich mit äller Gwalt an moderna Âschtrich geba ond s’Gälzbrot als „Fast Food“ bezeichna.

Ansonschta han i nex übr dia Idee zom Bruddla ond hol heut’ morga s’Gsälzhäfele raus ond schtreich mr a dick’s Preschtlingsgsälzbrot.

I wünsch’ Euch a guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Vorfreid’ uff a bsonders Ereignis

A außrgewöhnlichs Märchenfescht feirat mir  im Garten von dr St. Bartholomäus-Apotheke mittla dren em historischa Zentrum von dr Schäferlaufstadt Markgröningen.  Dia  außrgewöhnlich gute Kontakt vom Uwe Schuhmacher, dr en Markgröningen dia  Café-Bar, Galerie ond Wein-Bistro “Wein – Wind – Meer” betreibt, henn’s möglich gmacht, dass ons dr “vrwunschene” ond üblichrweis net öffentliche Apothekergarten für a  be- ond vrzaubernds schwäbischs Märchenfescht zur Verfügung geschtellt wird. Für di exiquist’ Bewirtong sorgt natürlich “Wein – Wind – Meer”.

Dâ kâ mr bald Eintrittskärtla beschtella: 8 Euro für Erwachsene, 4 Euro für Kendr, jonge Bsucher ondr 115 Zentimetr zahled nex.

Der Apothekergarten in Markgröningen. Foto: Google-Earth
Der Apothekergarten in Markgröningen. Foto: Google-Earth

Dr Schorsch vrzählt vom 12. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Es isch a Kreuz mit dem Kreuz. Am Sonndich därf mr wiedr ois mache. Bloss bei wem? Die oine will e net, dia andre mâg i net, dia dritte kenn i net ond wiedr andre ganget übrhaupt net. D’Wahlvrânstaltonge henn kaum Erkenntnis brâcht, Plakat’ henn außer dr Vrschandlong von dr Gegend oin au net weitrbrâcht – ond gar die „Elefanterond’“ em Fernseha? Sott mr etwa dia wähla, wo die beschte Werbegschenkla vrtoilt henn, odr dia mit am farbigschta Proschpektle? Wohl kaum. S’kommt jâ schließlich uff d’Inhalt â. Gott sei Dank hât sich dr Schorsch en dem Jâhr für d’Briefwahl âgmeldet, ond so kâ er den Wahlschei no zwoi Nächt onder’s Kopfkissa lega, vielleicht brengt des dia Erleuchtong. Odr er würfelt’s aus. Bloss beim Schorsch seim Glück em Lottospiela kommt sicherlich nix recht’s raus. Vielleicht befrâgt er au sein Goldfisch odr liest em Kaffeesatz, was’r wähla sott. Ois isch aber sichr, wia’s Amen am Wahlsonndichmorga en dr Kirche: Wähla duat’r uff jeden Fall. So wia jed’s Mâl seit dr Schorsch 18 Jâhr alt isch. Weil er jâ au en de nächschte Monat übr di Politik bruddla will, muss’r eba au bei dr Wahl sei Stemm abgeba. Net zom wähla ganga ond trotzdem schempfa, des wär doch a recht vrlogene Sach.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch verzählt vom 5. März 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Für manche em Ländle send wohl dia Omfrag-Ergebnis für di Landtagswahl am 13. März a Albtraum, andere kommet sich wohl vor wia em Märchen. Bloss Märchen henn au ganz schöne Überraschonga parat. Ihr wöllet a Beischpiel? Lang isch’s her, dâ hât’s em Wendr ohsennig viel Schnee ghet ond s’war so kalt, dâ isch oim dr Rotz an dr Backa nâgfrora. En Bua hend se en dr Wald nausgschickt ond dâ hât’r Holz zom Heiza mit seim Schlitta hola solla. An großa Haufa hât’r uffgsammelt ond uff dr Schlitta nuffgschichtet. Gfrora hât’s ehn, wia net gscheid, ond nâ hat’r sich denkt, bevor i jetzt hoim dapp, dâ mach’ i mir a rechts Feur zom Gwärma. Wia’r nâ so dr Schnee für sei Feur wegscharrt hât, nâ fendet’r grad an dera Stell’ a klois goldens Schlüssele. Weil’r a rechts Schlaule war, hât r sich denkt: „Menschenskind, wo a Schlüssele isch, dâ müsst doch au a Schlüsslloch sei.“ Ganz uffgret hât’r weitrbuddelt – ond a Käschtle gfonda. „Hoffentlich basst dr Schlüssl, weil dâ send beschtemmt ganz wertvolle Sacha dren“, hât’r sich denkt. Des Käschtle hât’r hochghoba, romdreht ond an älle Seita nâch ma Schlüsslloch glotzt. A muckasegglig’s klois Schlüssllöchle hât’r na endlich gfonda ond ganz uffgregt des Schlüssele neigschteckt. Oimal hât’r s dreht ond a zwoits Mâl – ond jetzt müssat mr warta bis er dr Deckl uffklappt hat. Nâ werdet au mir erfahra, was für wonderbare Übrraschonga en dem Käschtle drenn waret. Grad so, wia nâch dr Wahl am 13. März.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 27. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Mir Schwâbe meckrat, bäffat, goschlat, maulat ond schempfat gern. Ond wenn a Schwâb so richtig grantig isch, also wenn’r no schlechtr druff isch wia sonscht, nâ bruddelt odr brägelt er. Weil mir bekanntlich liabr melancholisch wia euphorisch send, bräglet mr eher lautlos en sich nei, wenn nâ doch dr Ärgr naus muas, wird bruddelt. Dâ drbei goschelt mr abr meh’ en sich nei, dr Gegaübr soll’s zwar merka, abr eigentlich net höra, was mr zom saga hât. Dr Bruddler hât drbei koinerloi Absicht, sich uff Diskussiona übr des, was oin übrzwerch macht, einzomlassa. Em Normalfall hebt des net lang â. Mr gâht gern mit ma „isch doch zom Donderwettr abr au wâhr“ wiedr an sei Tagwerk.

Genau des hât jetzt en dene uffgregte Tag kurz vor de Wahla drzu gführt, dass mir en dr Zeitongsredaktion nix erfahra henn, was wichtige Leut’ em nördlicha Landkreis von dr künftiga Landesregierung erwartet. Firmachef, Gnossaschaftsvorschtand, Kulturtreibende odr Veroisvorschtand send sich einig: Mir haltet d’Gosch. Beschtimmt henn dia älle Forderonga, Wünsch’ ond Erwartonga an a neue Landesregierung, abr vor der Wahl am 13. März hält mr sich scheint’s zrück – nâ kommt mr en nix nei. So send mr halt, mir Schwâba. Mr schwätzt jâ au net öffentlich drübr, wia mr’s mit am Beta hât odr wia’s uff seim Bankkonto aussieht, dâ hält mir sich zrück. Schpätestens abr am Âbend vom Wahlsonntag, dâ duat mr nâ bruddla, weil’s amol wiedr net so ausganga isch, wie mr wölla hât. Abr au dâ hebt des Bruddla net lang, ond mir arrangierat ons mit dem wia’s komma isch.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 20. Februar 2016

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Am Sonntich isch onsr Tag: Seit dem Jâhr 2000 wird nämlich am 21. Februar dr Tag dr Muttrsprâch gfeiert. Dr Grond isch a oifachr, weil di UNESCO hât feschtgeschtellt, uff dr Welt send rond di Hälft’ ällr Dialekt’ vom Ausschterba bedroht.

Dâ send mr jetzt abr richtig froh, weil onsr schwäbische Mundart, dia so vielfältig, wia dia Dörfle en onserm Sprâchraum isch, a richtige Wiederbelebong net bloß em Alltag hât, au em Denka ond em Gfühl’. Selbscht jonge Leut’ beschäftiged sich mit ihre Wurzla ond dâmit auch mit ihrm Dialekt. Drbei hât des nex mit ma kloigoischtiga ond provinziella Eimommle en allbachene Denkweisa zom doa. Vielmehr isch des oifach dr Beweis’ drfür, mr braucht grad in dera entzwische älles omfassende Welt den oine Anker, wo mr bis vor a paar Jährle bloß ganz vrschämt gsagt hât: Hoimat. Wia selbschtvrschtändlich onser Mundart entzwischa isch, des beweist doch fascht exemplarisch der Abschlussfilm „Trash Detective“ vom Filmakademie-Studenta Maximilian Buck, weil der klopft mit seim zynischa ond düschtra Stroifa oifach amâl älle Klischees vom ma Dialektfilm en dr Kuttroimr.

Dr Filmkerle isch dâmit a rechts Käpsele, also s’krasse Gegatoil vom ma Hurgler. Wobei des Wort „Hurgler“ oi Beischpiel drfür isch, wia lautmâlerisch ond fascht scho liebevoll mr em Schwäbischa oim saga kâ, was’r für a Schlampr, für a ofähigr Kerle er isch, bei dem’s net rond lauft. Weil, wenn ebbes hurgelt, nâ laufts halt recht orond. Recht orond lauft au des Projekt „Muggaseggele“. Es isch ja bekanntlich des Âsinna von a paar Schwâbaaktivischta drfür zom sorga, di kloinschte schwäbische Mâßeinheit em Duden aufzunemma. Selbscht die Ufforderung vom CDU-Landeschef Thomas Strobl beim Bundesparteitag em Januar en Karlsruhe hât bisher au net gholfa, obwohl dr Strobl älle âwesende Journalischta a Weingschenkle vrsprocha hât, wenn se des Wort „Muggaseggele“ en ihrer Berichterstattong verwenda dätet. Vielleicht liegt des au dâdrâ, weil di Schreibweis’ von „Muggaseggele“ no net vreinheitlicht isch. Schließlich wird en dr „Etymologie des Schwäbischen“ – dera Sammlong von Gschichte von meh’ wia 6000 schwäbische Wörtr vom Hermann Wax – vom „Muckensäckele“ gschrieba. Wobei mr drübr schtreita mâg, ob net a Muckenschiss (Muggaschiss) net no viel kloiner isch, wia des Gemächt von dr Stubenfliege, wia mr en dr Luthersprâch saga dät. Om Euch jetzt am End’ komplett zom vrwirra, kommt jetzt no dr „Muckefuck“ ens Schpiel. Des isch nämlich net des erotische Schpiel von den Mucka beziehungsweise Mugga, so hoißt mr em Schwäbischa oifach dr Malzkaffee – odr a braungfärbt’s Wasser, des kaum a Kaffeebohna jemâls gseah hât.

I wünsch’ Euch a gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega – ond bleibet net bloß am Sonndich onserm Dialekt gwoga

Café & Vesperstube mit 2 Kleinkunstbühnen, Mitmach-Freitage, liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern & Gruppenhocks.