Dr Schorsch vrzählt vom 25. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt hen se doch endlich a neue Erd’ – odr wia se neudeutsch saget, a „Erde 2.0“, – gefonda. Dera Durchmesser isch 60 Prozent größr wia bei ons ond sia isch rond 1,5 Milliarda Jährla ältr wia onser Sonn’. Dia NASA-Forschr glaubt sogar, es dät dort a paar Bergla ond Meerla gäba. Ob’s Leut’ dort gibt, des woiß mr net. Ois isch abr recht ostrittig, onsr Neue Erd’ isch osennig weit weg: rond 1400 Lichtjâr. Des isch so weit, des kâ mr sich gar net vorstella ond ois isch gwies, mit’m Fahrrädle kommt dr dâ scho glei gar net nâ.

Des soll ons abr net weitr kratza. Weil des Teleskop, was se vor sechs Jâhr en d’Gegend nausgschossa henn, dr Nâme Kepler hât, hoist au onsr neue Erd’ „Kepler-452b“. Des isch prima. Mir älle wisset jâ, dr Johannes Kepler isch 1571 en Weil der Stadt uff d’Welt komma, hât di erscht Klass’ von dr Lateinschul’ en Leonberg bsucht, hât’s Landesexame en dr höhere evangelischa Kloschtrschul en Maulbronn bschtanda ond isch nâ 1589 ans evangelische Stift en Tübingen ganga. Dr Kepler isch abr net bloß Theolog’ gwä, sondern au Naturphilosoph, Mathematikr, Astronom, Astrolog ond Optiker. Der hât Kerle ondr andrem feschtgschtellt, wia dia Planeta om d’Sonn’ kreisat. Gschtorbe isch’r 1630 en Regensburg. A richtig’s schwäbischs Käpsle isch’r halt gwä.

Weil des so isch, hât au dia NASA ihr Teleskop nâch em Kepler ghoißa, ond somit au onser „Erde 2.0“. Ond jetzt kommt’s. Weil des so isch, ben i absolut drvo übrzeugt, mir Schwâbe sottet ons gleich massiv dâ drfür einsetza: Dia Amtssprâch uff dem Planeta „Kepler-452b“ muss Schwäbisch sei. Dâ gibt’s jetzt nâch meinr logische Argumentiererei koi Alternativ’ ond zwoitens kennt mr drmit endlich amol em Martin Luther mit seiner übrschätzta Schriftsprâch a Schnäpple schlage.

I wünsch’ Euch a gute Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 18. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Wia mr en dera Woch’ en dr Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung lesa könna hât, ziaget dr Obscht- ond Gartebauvroi ond di Stadtvrwaltong en Bönniga an oim Strang, wenn’s drom gâht, an Zuaschuss für des Schneide von dene alte Obstböm uff de Streuobstwiesa zom kriage. Emmerhin 15 Euro hât’s Land en Aussicht gschtellt ond des sogar zwoi Mâl en fenf Jâhr, wenn mr mit dr Aschtscher’ ond dr Säg’ hender dia Storra gâht. Mr sott bloß a Âhnong han, wia mr dia Äscht rondersägt, weil sonst gâht’s oim wia mir vor a paar Jâhr’. Ganz stolz hann’e oim von dene Bomschnittspezialischta mein uralte Kirschabom’ zeigt, ond was hât der gsagt? „Echt prima hâsch den Kirschabom’ gschnitta – wenn’s a Äpfl- odr Birnebom’ wär. Weil so kriagsch en dem Jahr koine Kirscha.“ Was soll’e sage. S’hât koine Kirscha damals gebe, ond dr uralte Bom an onserm Häusle isch enzwischa au vrreckt.

Ganz anders sieht des mit onserm Kirschabom uff dr Streuobstwies’ aus. Seit Jâhr wird der nemme gschnitta – erschtens, weil i emmr no koi Âhnong han, und zwoitens fehlt mr oifach Zeit. Des stört den Kerle abr wenig. Erscht em Frühjâhr hât’r selbr a paar Äscht abgschmissa, dia’r vrmutlich nemme braucht hât. Abr Kirscha hât’r Jâhr om Jâhr ghet. Es war a Pracht, mr isch dem reicha Erntesega kaum nâchkomma. Au Âfang Juni war der Kirschabom vollghangt, ond die Vorfreud’ uff dia oigene, süße Kirsche war ogebrocha.

Ond was war jetzt? Wia mr di erschte Kirscha für an Kirschakucha hola wölla henn, dâ hat ons schier dr Schlag troffa. Der mendeschtens fenf Meter hohe Bom war komplett leer. Koi oinzige Kirsch’ isch me dâ gwea. Ois isch klar, em nächschte Jâhr werdet mir onsern Kirschabom nemme spritza lasse. Nâ han i wenigschtens a Freud’: Dr dreischde Kirschaklaur füllt sich nämlich nâ sein Wanscht mit ma Haufa Würm’ en de Kirscha.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 11. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Onser Landesverwaltong isch ja net grad für ihrn ausprägta Humor bekannt. Doch am Donnerschtich hât se sich uff ihrer Facebook-Seite „bw-jetzt“ – di a bissle steif „Werbe- und Sympathiekampagne ,Wir können alles. Außer Hochdeutsch’ des Landes Baden-Württemberg“ hoißt – doch selbr übrtroffa und 32 luschtige Gmoindenâme em Ländle vröffentlich ond uff ra entraktiva Kart’ au glei di entsprechend Nâmenserklärong mitgliefrt. „Frauenzimmern“, was sein Nâma am ma frühera Zischterziensr Kloschtr vrdankt, des kenna mr ja no. „Busenweiler“ ond „Bettenhausen“ em Landkreis Rottweil send dâ scho a bissle obekanntr, „Sexau“, „Küssaberg“, „Liebesdorf“ odr „Hausen ob Verena“ henn an ganz bsondra Charme.

Bei „Billigheim“, „Gammelshausen“, „Siehdichfür“ ond erscht recht bei „Muggensturm“, dâ kommat mr oweigrlich onsre Griecha en Senn. Vor zwoi Wocha hem’rs scho amol vom griechischa Grilla (ohne Kohla) ghet, heut’ muss mr sich aus aktuellem Âlass mit dr Idee von dr griechischa Vrhandlonga mit de Geldgebr ausanandrsetza: Älle, wo no a baar Schulda uff dr Bank henn, di sollet jetzt em ma absolut demokratische Vrfahra a Abstemmung ennerhalb dr Familie en Gang setza, om mit ma eindeutiga Ergebnis festzomschtella: Mir zahlet nex meh’ zrück. Mit dera demokratischa Legitimatio’ legt mr nâ etliche Gesprächstag mit seinra Bank fescht, muss abr drbei druff beschtanda, die höchschte Bankvrtretr müssat dâ drbei sei. Bei dene Gspräch ghât’s abr net drom, wia mr seine Schulda frischtgrecht zurückzahla könnt’, noi, es ghât bloß dâdrom: „mir zahlet nex meh“. Mr muas nâ abr, für a bsonders zermürbends Vrhandlongsklima sorga, nâ klappt des au mit em finale Schlussponkt: Di neu’ Vreinbarung mit dr Bank sieht jetzt vor, mir zahlet nex zrück, mir send abr bereit a neu’s Darleha, mendeschtens doppelt so hoch, wia’s alte entgega zom nemma. Übr die Zrückzahlongsmodalitäte vrhandla mr nâ spätr. S’Problem isch, des kriaget wohl bloß die Griecha nâ.

Also meine Liabe, des war jetzt bloß a „Jux“ – so hoißt au des Örtle, wo mr dr Bedeutong nâch gern jauchzt – ond mir freuet ons, weil’s en onserm Ländle a „Himmelreich“ ond a „Paradies“ gibt.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 4. Juli 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Menschenskind, was für a schier oglaubliche Pressekonferenz hât mr en dera Woch’ erleba dürfa. Dâ hockt dr neue Trainr von onsere Kicker aus Bad-Cannstatt uff em Podium, ond was macht’r? Er schwätzt em schönschta Schwäbisch von dr Oschtalb ond älle verschtandet ehn. Selbscht em in dr Luthersprâch ondrwanderta ond von dr Zwangsabgab’ von ons älle finanzierta Fernseha henn se des en dr ganza Republik ausgschtrahlt. Mr möcht’ als bekennendr ond oft gega Wendmühla rennendr Mund-Art’ler vor Begeischterong oifach em Viereck romhopfa, so schee isch des. Endlich mâl oinr, wo dr Dialekt als dess lebt, was’r oifach isch – ganz selbstvrschtändlich. Weiter so liabr Alexander Zorniger, will mr dem Kerle schulterklopfend zuaruafa.

Wia die schwäbische Mädle, so kâ mr onsern Dialekt, wo so vielfältig ond onderschiedlich isch wia dia Leut en onserm Ländle oifach bloß möge. Wie Sprâchforschr rausgefonde hen, macht dr Dialekt onser globalisierta Welt heimelig ond isch a Zeiche für Vrtraua. Er wird deshalb nemme belächelt, ganz em Gegenteil, er hât a regelrechte Renaissance. Ond dr Alexander Zorniger macht genau des, was dr Schorsch, seit’r uff seiner schwäbischa Missio’ isch, emmer predigt: Mir müsset onsern Dialekt bewusst pflege, sofern mr mit dr Gnad dr schwäbischa Geburt (O-Ton von Dr. Gerhard Raff) gsegnet isch.

Denn ois isch klar, ond des duat mr jetzt für älle, wo net mit onserer Mundart uffgwachse send, doch irgendwia a bissle weh – wenn mr des Schwätze net mit dr Muttrmilch schon en sich eigsaugt hât odr wenigschtens bereits als Pfetschakendle em schwäbischa Dialektraum uffgwachse isch, nâ wird’s nex meh mit’m Schwäbischa. Oifach lerna kâ mr Schwäbisch net.

Abr net bloß onsere – liebevoll ond ma hohe Maß an Tolreranz uffgnommene – Reigeschmeckte profitiere von ra ganz bsondere Gab’, wo mir Schwâbe hen ond di es kaum em ma anderer Dialekt gibt: Ganz selbschtvrschtändlich ond eigentlich obewusst könnet mir die mundartliche Ausprägung von onserm Dialekt dem Gegaübr âpasse. Â klois Beischpiel gefällig? Dr Mundart-Forscher Arno Ruoff hât des erklärt an dem Satz: „Ich musste dort hinüber zur Arbeit.“ Des wird em abgschwächta Schwäbisch zu: „Ich hab’ da nüber misse ins Gschäft.“ Des vrschtâht a jeder, wenn mr ab jetzt no tiefr ins Schwäbische eintaucht, nâ kommt raus: „I han dâ niebr missa zom schaffe.“ Ond no a Stuf’ höher wird nâ: „I hau dâ niebr missa zom schaffe.“ I hau, i han, i hab, ich musste. Dâmit könnet mir Schwâbe ganz lässig sprâchlich spiela, so eba wia dr neue VfB-Trainer, dr wo sich en dr Öffentlichkeit net mundartlich wegduckt – wia so viele andere aus em Ländle.

I wünsch’ Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 27. Juni 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jesses noi, onsre Hellena. Seit etliche Monat’ spielet se zom Tanz uff, des hoißt, sia tanzed de andre en Europa uff dr Nâs rom. Ois isch uff jeden Fall sichr, sia send wohl jeda Dag für å Schlagzeil guat. Griachaland en dr Zeitong, Griachaland em Fernseha ond Radio, Griachaland em Internet. Dâ hât sich wohl oiner von de gröschte Discountr bei ons denkt, was liegt näher für d’Werbong, also machet mir jetzt griechische Wocha. Ond mr kâ jâ für dia darbende Hellena ebes doa, wenn mr lautr griechische Sacha kauft. Dr Schorsch wird sich drbei seim Kolleg âschließa ond griechisch grilla – eba ohne Kohle.

Ond dann wird dr Schorsch – au ohne Kohle – uff de Tisch tanza, aus guatem Grond: Mr muass nomâl an dr „Schorsch vrzählt“ vom 30. Mai erennra. Dâmals isch’s drom ganga, nâch ma Bschluss von dr Arbeitsminischtere Andrea Nahles soll mr für des Fahra mit ma Paternostr an Führerschei’ han. Jetzt hen se en Berlin dia Schnapsidee wiedr kippt. Em Schtuergerter Râthaus wöllet se a groß’ Fescht feira, wenn dr „Beamtabaggr“ wiedr en Betrieb gnomma wird. Ois isch sichr, der Schorsch isch dann dâ drbei ond wird wia narrisch mit dem Paternostr ruff ond nah fahra – ond, wenn’r ganz viel Muat hât ond’s niamad sieht, vielleicht au onda- ond obarom.

I wünsch’ Euch å guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 20. Juni 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Dr Profifußball von de Männr macht grad Urlaub. Was macht mr nâ? Mr glotzt halt di Weltmeischtrschaft von de Mädla em weit entfernta Kanada. Ond was soll mr sage, als net grad vrwöhnter Âhängr von de Cannstattr Kickr? Onsre Mäda könnet mit dera Ledrkugl omgânga ond send auch taktisch guat. Obwohl se vor am Tor halt bloss no dia oi odr andre Kugl mehr’ neihaua sottet, kâ mr koin Vorwurf mache, weil sia send ja schließlich au Erschtr en ihrer Vorronda-Grupp’ worde. Wenn se jetzt heut’ Âbend gega dia Obrdussel-Kickere aus Schweda antreta müsset, nâ isch des halt bleed gloffa. Abr i glaub’ onsre Mädla hauat die oifach weg. Â bissle könnt’ mr abr dia Sporthosa von onsere Mädla vrbessra, weil die lange Dengr, wo dia âziaga müsset, die sehn scho bei de Kerle bleed aus. Mr erinnert sich – bsonders dia Fraua, wo scho ewig Fußball âglotzet – no an dia fetzige Hösla, wo selichsmâl dr Seeler, dr Overath odr dr Müller’ âghet henn, dia wäret au ebbes für onsre Mädla. Da helfet au dia Perla-Ohrsteckr von onsra Bondestrainerin net weiter. Obwohl, dia Silvia Neid isch jâ dâmit ganz adrett, em Gegasatz zum onserm Bondes-Jogi, wo sich uff dr Trainrbank jâ bekanntlich Fengrnägela feilt.

I wünsch Euch a guate Woch’ ond em Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 6. Juni 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Tausende von Leut’ send jetzt en Stuagert ond feiert dort dr Kirchatag. Wia nötig des Kirchatags-Motto „damit wir klug werden“ isch, des hât mr jetzt au an a paar Randerscheinonga festschtella müssa. Am Rand hât’s nâ wirklich a paar Vrsprengte gebba, die wo gar koi Freud’ an dem freudvolla Treffa von de Evangelische uffkomma lasse wölla hen: A große Babbadeckel-Figur, di onsern Herrgott darstella solla hât, hen dia Freudvrderber drbei ghet, ond dera Figur henn se nâ a „Stoitafel“ en d’Händ druckt ond dâ isch druffgstande „Das elfte Gebot: Du sollst Deinen Kirchentag selbst bezahlen.“ Nâja, isch net bekannt, wer des so richtig witzig gfonda hât, dia zig Tausend uff em Schlossplatz hât’s uff jedenfall net interessiert. Gott sei Dank.

Ganz schee für bleed vrkauft henn a paar andere Dommdödl dia Kirchatagsbsuchr. Seit Freidich isch nämlich a gfälscht’s Flugblatt ondrwegs, ond uff dem stâht druff, es gäb wege dem Kirchatag im ganza VVS-Gebiet Freifahrten. Des hât natürlich dia VVS glei en der soziale Media richtig gschtellt: Nadürlich bräucht’ mr au beim Kirchatag a gültig’s Billetle. Uff’s elfte Gebot hât sich VVS abr net bezoga. Dr gröschte Bolza abr, den hât sich abr dr offzielle Facebook-Poschter von dr grün-rota Landesregierong am Eröffnungstag gleischtet. Dr Kerle odr des Mädle, wo für die Landesregierongs-Seite vrantwortlich isch, hât beschtimmt sei Hirn an dr Gardrob’ abgeba, weil sonscht hät nr dort am Donnerstichabend übr mr Foto von de Kirchatags-Vrantwortliche net lese müssa: „100 000 Protestanten. Und nicht ein Wasserwerfer.“ Dia mildeschte Kommentar’ waret no dia, wo „gschmacklos“ gschrieba hen. Dia Internet-Redaktion von dr Regierong hât’s sich au glei entschuldigt: „Das war ein Totalaussetzer.“ Emmrhin. Abr vielleicht isch jâ au s’Kirchatagsmotto „damit wir klug werdet“ dort wia dr Teufl en a arme Seel’ neigfahra. I wünsch Euch a guate Nâch-Kirchatags-Woch’ ond em Herrgott sein Sega.

Dr Schorsch vrzählt vom 30. Mai 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Jetzt ben i heut’ genau 21 290 Tag alt, ond i han ebbes vrsäumt, was i ab Mondich nemme nâchhola kâ. En dera langa Zeit ben i nämlich no nia em ma Paternostr gfahra. Vielleicht isch des au guat so, weil des Mitfahra en dene historische Uffzüg’ muas jâ scho extrem gefährlich sei, ond wia oft hât mr schon von Paternostr-Katastropha mit ozählige Vrletzte ond Tode en de letzschte Jâhr ghört. Es könnt jâ abr au sei, die Arbeitsminischtere Andrea Nahles hât en Berlin net gnuag zom doa. Worom sonst vrlangt di Krampfhenne ab Mondich an Führerschei für des Benütza vom ma Paternostr. Des hoißt, bloß Leut’, di em ma Geschäft schaffet, wo’s en Paternostr gibt, dürfet drmit fahra. Jetzt gibt’s leider bei ons em Vrlag koin Paternostr, ond bloß drmit mr mitfahra kâ s’Geschäft wechsla, des macht en meim Altr – guck oba uff meine Lebenstag – koin Senn meh’. Sei’s drom: nâ fehlt mr halt di Erfahrong von ra Paternostr-Fahrt, ebaso wia des Sprenge am ma Gummi-Soil von ra Brück’ ra oder des Reita uff ma wilde Rendviech.

Apropos Rendviecher. Dâ isch doch en dera Woch’ tatsächlich a E-Mail von dr „Tierrechtsinitiative Maqi“ – dia wo drfür send, mr sott bloß no Gmias, Körner ond Tofu essa – zom „Weltmilchtag“ am 1. Juni en d’Redaktion reingeschneit. Dâ drenn hoißt’s, mr sott koi Kuh- oder Schâfsmilch trenka, weil dâmit dät mr Kälbla ond junge Goißla ombrenge. So soll mr eba „mordfreie Milch“, wia Soja-, Reis-, Hafermilch drenka. Dia toleranzfreie Strâf-Fenger-Hochhebr könnet mi jetzt gern hann, weil i werd’ weitr âbends mei Glas kalte Kuah-Milch drenka, sonscht könnt i ja gleich auch uff å gelegentlich’s Glas Wei’ odr Bier vrzichta. Weil des gibt’s jâ bloß, weil a Lebewesa wia die Hefe-Pilz en selbschtmörderischa Absicht aus dem Zucker Alkohol machet.

I wünsch’ Euch å guate Woch’ ond dem Herrgott sein Sega

Dr Schorsch vrzählt vom 23. Mai 2015

Dr Schorsch vrzählt seit 21. Februar 2015 jeden Samschtich en der Bietigheimer, Sachsenheimer, Bönnigheimer Zeitung.

Ja gâht’s denn no.

Dâ hât doch jetzt so å Wocha-Illuschtrierte an seitalanga Artikl gschrieba mit de „50 Traumziele in Deutschland“. Ond was muas mr sehe? Onsr Ländle isch uff dera ihrer Landkart’ fascht leer bliebla. Bloß des Ludwigsburgr Schloss hât’s dâ neibrocht. Eigentlich müsst’ mr jetzt uff d’Barikada gânga, aber es isch net nötig, dem Blättle an hoha Stellawert eizomräuma, nachdem’s vor etliche Jâhr dia deutsche Gschichte omschreibe wölla hât ond bloß ma gwiefta Tagebuach-Fläscher aus Bissingen uff dr Leim ganga isch. Was oin abr doch a bissle wondra duat, des isch, å Bausparkass’ aus em Ländle sponsert des Ganze – ond lässt des oifach zua. Ond des, wo sich onser Landeshauptstadt fei macht für dr Evangelische Kirchadag, wo vom 3. bis 7. Juni gfeiert wird. Doch send mr doch au widr froh, weil so kennat mir grad au jetzt übr d’Pfingsfeiertag onder ons bleiba ond müssat onsre schönste Ecka ond Flecka net mit Reigschmeckte toila. Genießat mr also onsern Stromberg en volle Züg’ ond hoffentlich en großr Bschaulichkeit. Apropos Stromberg. En de nächschte zwoi Wocha gibt’s en dr BZ vier lesenswerte Artikl übr den – ond ab Mittwoch nadürlich au jeden Tag ebbes übr dr Kirchadag.

I wünsch’ Euch a guate Zeit ond em Herrgott sein Sega

Café & Vesperstube mit 2 Kleinkunstbühnen, Mitmach-Freitage, liebevoll ausgestaltet auch für private Feiern & Gruppenhocks.